474 S. Küttncr, esse bei meiner Arbeit meinen herzlichen Dank abstatte, dieser Frage näher zu treten. Zur Bestimmung der verdauenden Wirkung des Pepsins resp. des Trypsins gibt es eine ganze Reihe von Methoden, die man im allgemeinen in drei Abteilungen einteilen kann, nämlich in solche, wo 1. das unverdaute Eiweiß, 2. die aus dem Eiweiß entstehenden Verdauungsprodukte und 3. der unverdaute Rückstand und die Verdauungsprodukte resp. ihr Stickstoffgehalt gleichzeitig bestimmt werden. Am besten geeignet für die große Anzahl nötig werden¬ der Versuche waren wegen ihrer leichten Ausführbarkeit die in die erste Reihe fallende Mettsche und die der zweiten an- gehörige Volhardsche Methode.1) Erstere Bestimmung ist so bekannt und so alllgemein angewandt, daß hier wohl von ihrer Besprechung abgesehen werden kann, letztere ist aber besonders in ihrer von Löhlein2) erweiterten Form noch neueren Da¬ tums und daher vielleicht nicht genügend bekannt und ge¬ würdigt. Volhard geht vom Casein (Rhenania Aachen) aus, führt dieses durch eine bestimmte Menge Normalsalzsäure in Acid- casein über, salzt mit Glaubersalz aus, filtriert und verbraucht dann zum Neutralisieren der überschüssigen, nicht an Casein gebundenen Säure eine bestimmte Menge Vio-n-Alkali, die er als Titer der Stammlösung bezeichnet. Verdaut er nun eine bestimmte Menge Stammlösung, so entstehen aus dem Acid- casein unter Freiwerden von Salzsäure Albumosen, eventuell auch Peptone, die beim nachherigen Aussalzen mit Glaubersalz und Titrieren im Vergleiche zur Stammlösung einen bestimmten Säurezuwachs verursachen, der sich nach dem jeweiligen Ver¬ dauungsgrad richtet. Als Indikator diente bei den hier folgenden Versuchen Phenolphtalein, welches unter anderen Indikatoren auch Volhard benutzte und das beim Titrieren auf eben ein¬ tretende Rosafärbung in bestimmten Grenzen der Versuchs- p Volhard, Münchner med. Wochensehr. 1903, Nr. 49, 2) Hofmeisters Beiträge, Bd. VII, S. 120.