Über den Einfluß des Lecithins auf die Wirkung der Verdauungsfermente. Von Dr. phil. S. Küttner. Mit einer Kurvenzeichnung im Text. I (Aus dem chemischen Laboratorium des Institutes für Experimental-Medizin in St. Petersburg.) (Per Redaktion zugegangen am 8. Januar 1907.) Über den Einfluß verschiedener Stoffe auf die Wirkung der Enzyme liegen in der Literatur viele Angaben vor. Man weiß, daß Salze eine hemmende Wirkung ausüben und Le- wites1) stellt darüber den Satz auf: «Salze schwächerer Säuren üben eine größere hemmende Wirkung als Salze stärkerer Säuren aus, oder die Wirkung der Salze bei der peptischen Verdauung ist umgekehrt den Affinitätskonstanten der Säuren, aus denen die Salze gebildet sind». H. Braeuning schreibt in seiner Arbeit über die Geschwindigkeit der Fermentreak¬ tionen bei Zusatz chemisch indifferenter Stoffe2)' «Wahrschein¬ lich kommt bei der Geschwindigkeit der Fermentreaktion die chemische Wirkung der Elektrolyten auf die beteiligten Stoffe in Betracht, zum Teil auch die Beeinflussung der kalloiden En- zyme durch elektrische Ladungen und endlich mag die noch nicht näher bekannte sogenannte «Wirkung der Neutralsalze» bei der Reaktionsgeschwindigkeit eine Rolle spielen.» Er fand bezüglich der Einwirkung chemisch indifferenter Körper auf die Fermente oder speziell die Verdauungsfermente, daß Glycerin in Zusätzen von 0,5—4 ccm auf 5 ccm Pepsin den Wirkungsgrad von 31 mm verdauten Eiweißes bis auf 10.8 mm heruntersetzt und bei Trypsin in Zusätzen von 1—3 ccm auf 3 ccm Trypsin von 50 auf 7,6. Er kommt zum Resultate, ß Diese Zeitschrift, Bd. XLYIII, S. 187. *) Diese Zeitschrift, Bd. XL1I, S. 70.