Einfluß der Temperatur auf die Arbeit des proteolytischen Ferments und der Zymase in abgetöteten Hefezellen. Von Anna Petruschewsky. Mit vier Kurvenzeichnungen im Text. (Ans dem pflanzenphysiologischen Institut von Prof. W. Palla din in der St. Peters¬ burger Universität.) (Der Redaktion zugegangen am 17. November 1906.) In der vorliegenden Arbeit wurde das Ziel verfolgt, zu unter¬ suchen, in welchem Maße die Arbeit des proteolytischen Ferments in abgetöteten Hefen (Zymin), bei Abwesenheit von Nährmaterial, von der Temperatur abhängig ist, und bis zu einem gewissen Grade die Wechselbeziehungen zwischen dem proteolytischen Ferment (Endotryptase) und der Zymase aufzuklären. Die Untersuchungen von Martin Hahn und Ludwig Geret1) zeigten, daß das proteolytische Ferment der Hefe bei der Selbstverdauung die Eiweißstoffe des Preßsaftes zerstört. Durch die Arbeit von Fri. T. Gromow2) wurde ferner festge¬ stellt, daß beim Zymin das gleiche der Fall ist; außerdem lassen ihre Untersuchungen und ebenso diejenigen von Richte r- Rschewskaja3) vermuten, daß das proteolytische Ferment nebenbei auch die schwächeren (weniger widerstandsfähigen) Fermente, unter diesen auch die Zymase, zerstört. Ist dieses nun der Fall, so muß unter den Redingungen, wo das proteo¬ lytische Ferment energischer arbeitet, die Zerstörung der Zymase 0 E. Buchner, H. Buchner u. M. Hahn, Die Zymasegärung, 1903. 2) Gromow u. Grigoriew, Diese Zeitschrift, Bd. XLI1, 1904, S. 300. 3 Richter-Rschewskaja, Arbeiten der St. Petersburger Natur¬ forscher-Gesellschaft, Bd. XXXV, 1904. Hoppe-Seylers Zeitschrift f. physiol. Chemie. L. 18