216 Otto Riesser, leichtere Löslichkeit des Pikrats in Wasser (s. unten) nach¬ steht. Man verfährt einfach so, daß man zu einer nicht zu verdünnten Lösung des Carbonats alkoholische Pikrinsäurelösung so lange hinzusetzt, bis eine Trübung durch ausfallende Pikrin¬ säure einen geringen Überschuß des nicht mehr an Arginin gebundenen Reagens anzeigt. Voraussetzung für die Entstehung dieser Trübung ist freilich, daß man nicht zu wenig Wasser und möglichst wenig Alkohol anwendet, da sonst auch die freie Pikrinsäure gelöst bleibt. Nach und nach, am besten in der Kälte, fällt das Pikrat als gelber, flockiger Niederschlag. In konzentrierten argininreichen Lösungen fällt oft das Arginin¬ pikrat schon während des Zufügens der Pikrinsäure und ver¬ deckt so die Fällungsgrenze. Man prüfe dann das Filtrat durch Zusatz von mehr Pikrinsäure. Überhaupt versäume man nie, die Filtrate einzudampfen, vom ausgeschiedenen Pikrat abzu¬ filtrieren und durch Zusatz von Pikrinsäure eine weitere Fällung zu versuchen; meist wird eine solche eintreten. Man kann so den größten Teil des Arginins als pikrinsaures Salz zur Ab¬ scheidung bringen. Durch Umkrystallisieren aus nicht zu wenig heißem Wasser erhält man es schließlich in pilzhutförmigen Aggregaten von langen seidenglänzenden Nadeln vom Schmelz¬ punkt 205—206°. 100 ccm Wasser lösen bei 16° 0,49 Teile, rund 0,5 Teile. Analysenergebnisse : 1. 0,1133 g des über Schwefelsäure getrockneten Salzes verloren bei 110° 0,0090 g an Gewicht. 2. 0,1145 g verloren ebenso 0,0092 g an Gewicht. Gefunden : Berechnet für 1. 2. C6H14N402 • C6H307N3 + 2 H20 : H20 = 7,94 °/o 8,03 °/o 8,20 °/o 3. 0,1043 g der bei 110° getrockneten Substanz gaben nach Dumas 22,20 ccm N, bei T. = 18,7°, B. = 751 mm. 4. 0,1533 g der getrockneten Substanz gaben bei der Verbrennung*) 0,2019 g C02 und 0,0586 g H20. *) Sämtliche Verbrennungen wurden im Kupferschiffchen bei vor¬ gelegter reduzierter Kupferspirale ausgeführt.