Zur Kenntnis der optischen Isomeren des Arginins und des Ornithins. 215 man jedoch von vornherein überschüssige Salpetersäure hinzu, so gelangt man im wesentlichen zu dem sauren Salz, dem viel¬ leicht noch ein wenig der basischen Verbindung beigemengt ist. Hiermit kann man sich begnügen, wenn man, wie ich es tat, die krystallinische Verbindung nicht zur Bestimmung der Argininmenge, sondern nur als Durchgangsprodukt zum Zweck der Reinigung benutzen will. Die Methode bewährte sich auch bei recht unreinem Material. Die Nachteile dieses Reinigungsverfahrens bestehen in der Leichtlöslichkeit des Silbernitratsalzes, wodurch selbst beim Um- krystallisieren aus Alkohol und Äther Verluste unvermeidlich sind, der steten Ausscheidung reduzierten Silbers beim Lösen in warmem Wasser und der Tatsache, daß man nur schwer zu eindfn einheitlichen, analysenreinen Präparat gelangt; meist erhält man ein Gemenge des basischen und des sauren Salzes, das nun erst einer weiteren Behandlung bedarf. Die dritte der bisher angewandten Methoden und bei weitem die beste besteht in der Fällung des Arginins aus einer Lösung des Carbonats mittels alkoholischer Pikrolonsäure.l) Man erhält ein Salz des Arginins mit einem Molekül Pikrolon¬ säure (nähere Angaben unten), dessen Schwerlöslichkeit in Wasser ein gutes Umkrystallisieren ermöglicht. Durch Zerlegung des Pikrolonats mit einer Säure und Ausschütteln mit Äther, in dem die Pikrolonsäure leicht löslich ist, kann man zu jedem beliebigen Salz des Arginins gelangen. Leider ist jedoch die Pikrolonsäure im Handel nicht erhältlich. Es war daher dem Fortgang dieser Arbeit recht förderlich, als es, auf Anregung von Herrn Prof. Kossel, gelang, in der Darstellung des von Schulze und Steiger2) zuerst beschrie¬ benen Argininpikrats ein Mittel zur Reinigung zu finden, das der Fällung mittels der Pikrolonsäure nur durch die etwas CH3 I ,N = C l) N02 • CeH4 • 1 ; Steudel, Diese Zeitschrift, Bd. XXXVII, Xc = C s. 219 u. Bd. XLIV, S. 157. I I OH N02 *) Diese Zeitschrift, Bd. IX, S. 56.