Ein Beitrag zur Kenntnis der Veränderungen, welche die stickstoffhaltigen Bestandteile grüner Pflanzen infolge von Lichtabschluß erleiden. Von A. Kiesel. t\u.- <i.m anrikultnr rli.-imM li. il LaV.raforinm des l’olyte. hnikums in Zürich.i (l)« r Iti.-iluklion /ni:, ^untren am i:j. August l'.toti ! Dah in grünen Bilanzen und Pflunzentoilen, denen das l/u lit entzogen wird, eine Anhäufung von Asparagin stattiindet, wurde schon im Jahre 1S7S von Borodin1) gefunden. Spätei wiesen E. Schulze und E. Bosshard2) nach, daß diese As- paraginanhäufung bei gleichzeitigem Eiweißzerfall sehr rasch erfolgt; sie wurde sowohl durch Bestimmungen nach Sachsses Methode als auch durch Wägung der aus den Extrakten durch Fällung mit Mercurinitrat gewonnenen Asparaginmengen nach¬ gewiesen. Aus jungen, dicht über dem Boden abgeschnittenen Both kl ec-, Hafer- und Hraspllanzen, die mit den unteren Enden in Wasser gesteckt und eine Woche Jang in einem verdunkel¬ ten Zimmer gelassen worden waren, konnte auf dem angege¬ benen W ege leicht Asparagin in beträchtlicher Quantität dar- gestcllt worden,3)' während die frischen, nicht verdunkelten Bilanzen bei gleicher Behandlung Asparagin entweder gar nicht, oder doch nur in ganz unbedeutender Menge lieferten.4) Über¬ einstimmende Besullate erhielten später auch E. Schulze und ') botanische Zeitung, 1878, 8. 802. *1 Diese Zeitschrift, Bd. IX (1885), S. 452. ') Aus 000 g frischen llaferpflanzen wurden 3,1 g, aus 800 g fnschen ltntkleepllan/.en 1.7 g Asparagin in Krystallen erhalten. h 1 kg frischer Kotkleepllanzen lieferte nur 0,25 g Asparagin: aus dem Hafer und dem Gras lieh sich kein Asparagin gewinnen.