398 E. Schulze und N. Castoro, von Silber; diese Reaktion ist so empfindlich, daß man mit ihrer Hilfe noch Bruchteile eines Milligrammes Homogentisin¬ säure erkennen kann. Q Macht man eine wässerige Lösung dieser Säure durch Zusatz von Ammoniak alkalisch und läßt sie dann an der Luft stehen, so färbt sie sich bald dunkel, indem sie sich gleichzeitig trübt; je nach dem größeren oder geringeren Gehalt an der genannten Säure wird die Flüssigkeit zuletzt schwarzbraun oder nur braun; auch diese Reaktion ist sehr empfindlich. Auf Zusatz eines Tropfens Eisenchlorid nimmt eine wässerige Homogentisinsäurelösung eine blaue Färbung an, die jedoch rasch verschwindet. Beim Erwärmen mit Millon- schem Reagens färbt sich die wässerige Lösung der Säure gelb; beim Erkalten scheidet sich ein ziegelroter Niederschlag aus. Diese von Wolkow und Baumann (loc. cit.) beschriebenen Reaktionen konnten wir aus eigener Anschauung kennen lernen, da wir durch die Güte des Herrn Dr. W. F alt a in Basel in den Besitz einer kleinen Quantität von Homogentisinsäure, dar¬ gestellt aus Alkaptonharn, gelangten. Dies war für uns von großem Werte; wir waren infolge davon auch imstande, die weiter unten beschriebenen Versuche mit Keimpflanzenextrakten, denen etwas Homogentisinsäure zugesetzt war, zur Ausführung zu bringen. Es sei hier noch darauf aufmerksam gemacht, daß die Homogentisinsäure, die in alkalischer Lösung sich rasch zersetzt, in freiem Zustande, auch in wässeriger Lösung, weit beständiger ist; man hat daher nicht zu befürchten, daß sie während der zu ihrer Abscheidung dienenden Operationen sich zersetzt und infolge davon nicht nachzuweisen ist. Für den ersten Versuch verwendeten wir die Wurzeln zweitägiger Keimpflanzen von Lupinus albus, die nach Bertels Angabe Homogentisinsäure enthalten sollen. Ein Quantum von fl Wir lösten 0,005 g Homogentisinsäure in 10 ccm Wasser. Eine Probe dieser Lösung färbte sich auf Zusatz von ammoniakalischem Silber¬ nitrat sofort schwarz. Dann verdünnten wir Qa ccm dieser Lösung, ent¬ haltend fl4 mg Homogentisinsäure, mit Wasser auf 2 ccm. Auch diese höchst verdünnte Lösung färbte sich mit dem genannten Reagens binnen wenigen Sekunden dunkel.