Zur Kenntnis der Kyrine. Von M. Siegfried, (Aus der chemischen Abteilung des physiologischen Instituts Leipzig.) (Der Redaktion zugegangen am 10. April 1900.) Als Kyrine habe ich Verbindungen bezeichnet,1) welche bei der Zersetzung von Proteinkörpern durch Säuren als Zwischen^ Produkte zwischen Protein und letzten Spaltungsprodukten ent¬ stehen und bei vollständiger Aufspaltung durch Säuren vor¬ wiegend basische Spaltungsprodukte liefern. Diese Kyrine sind durch folgendes charakterisiert: 1. Durch die Konstanz der Zusammensetzung der Sulfate. Aus dem durch Einwirkung von Salzsäure auf die Protein¬ substanz bei Körpertemperatur entstehenden Reaktionsgemische wird durch Phosphorwolframsäure ein Rohprodukt erhalten, das durch Lösen in Schwefelsäure und Fällen in Alkohol in Sulfat übergeführt und durch Umfällen gereinigt wird. Wird dieses Sulfat bei mehrmaligem Umfallen von konstanter Zu¬ sammensetzung erhalten, so ändert sich diese bei weiterem Um¬ fällen nicht. Diese Umfällungen sind bei den späteren, noch nicht publizierten Untersuchungen über Kyrine noch weiter als beim Glutokyrin und Caseinokyrin ausgedehnt worden, in dem weiter unten anzuführenden Falle bis zur 15. Umfällung. Da bei jeder einzelnen Umfällung ein beträchtlicher Teil des Sulfates in den Mutterlaugen bleibt, ist die Konstanz der Zusammen¬ setzung der Sulfate ein Reweis für die Einheitlichkeit der Kyrine. Dementsprechend besitzen auch die zunächst erhaltenen Sulfate, also die der ersten Fällungen, eine abweichende Zusammen- ') Ber. d. math.-phys. Kl. d. Königl. Sachs. Ges. d. Wiss., 1903, S. 64. Diese Zeitschrift, Bd. XLIII, S. 44 u. 46.