I Neue Beiträge zur Kenntnis der Zusammensetzung und des Stoffwechsels der Keimpflanzen. Von £. Schulze. (Aus dem agrikultur-chemischen Laboratorium des Polytechnikums in Zürich.) (Der Redaktion zugegangen am 27. März 1<J0<>.) Die Untersuchungen, deren Ergebnisse ich im folgenden mitteile, schließen sich den von N. Castoro und mir aus¬ geführten Arbeiten an, über welche in dieser Zeitschrift *) in zwei Abhandlungen Bericht erstattet worden ist. In der ersten dieser beiden Abhandlungen wurden in der Einleitung einige Aufgaben erwähnt, die bei Fortführung der Untersuchungen über die Zusammensetzung der Keimpflanzen noch zu erledigen waren. Eine dieser Aufgaben war die Erweiterung unserer Kennt¬ nisse über die in den genannten Objekten sich vorfindenden Mono¬ aminosäuren. Zur Lösung dieser Aufgabe haben E. Winter¬ stein und ich eine Arbeit ausgeführt, die unter dem Titel < Untersuchungen über die aus den Keimpflanzen von Lupinus albus und Vicia sativa darstellbaren Monoaminosäuren» in dieser Zeitschrift2) zur Publikation gelangte; es gelang uns, neben den in jenen Pflanzen früher schon aufgefundenen Aminosäuren noch drei Stoffe solcher Art, nämlich a-Pyrrolidiftcarbon- säure, Isoleucin und Tryptophan (Indolaminopropionsäure) nachzuw eisen.s) Man darf annchmen, daß diese drei Kör|>er ebenso wie Aminovaleriansäure, Leucin, Phenylalanin, Tyrosin, Arginin, Lysin und Histidin primäre Produkte der mit dem KeimungsVorgang verbundenen Eiweißspaltung sind. Der obigen Aufgabe schließt sich eine andere an. Seitdem man weiß, daß in den Keimpflanzen die primären Produkte der Eiweißspaltung eine Umwandlung erleiden, die schließ- '» Bd. XXXVIII, S. 199—258 und Bd. XUII, S. 170-198 Bd. XLV, S. 38-60. :i' Doch wurde Pyrrolidincarbonsäurc nicht mit völliger Sicherheit nachgewiesen.