Der Abbau des Leucyl-glycins im Organismus des Hundes. Von Emil Abderhalden und Boris Babkin, St. Petersburg. (Aua dem I. Chemischen Institut der Universität Berlin.) iDer Kedaktion zugegangen am 11. März 1900.) Das von uns verwendete Leucyl-glycin wird vom Pankreassaft des Hundes nicht gespalten, wenigstens nicht unter den von Emil Fischer und Emil Abderhalden1) gewählten Bedingungen. Wir haben nun geprüft, ob dieses Peptid bei seiner Verfütterung per os in gleicher Weise gespalten und abgebaut wird, wie die kürzlich untersuchten, ebenfalls gegen Trypsin beständigen Polypeptide.2) Als Versuchstier wählten wir den Hund. Er erhielt das Präparat seinem Futter beigemengt. Störungen traten während des ganzen Versuchs nicht auf. Wie die unten mitgeteilte Tabelle zeigt, hat das Versuchstier das ihm per os zugeführte Leucyl-glycin vollständig abgebaut. Der Stickstoff des zugeführten Präparates ist zum größten Teil als Harnstoff zur Ausscheidung gelangt. Wir bemerken noch, daß die Anordnung des Versuches und dessen Durchführung genau die¬ selbe wie bei den früher schon beschriebenen Versuchen war.2) Der Gesamtstickstoff wurde nach Kjeldahl, der Harnstoffstick¬ stoff nach Mörner-Sjöqvist bestimmt. Aus den Harnstoffzahlen und ihrem Verhältnis zum Gesamtstickstoff geht hervor, daß weder unverändertes Peptid noch Aminosäuren in den Harn übergegangen waren. Wir konnten auch im Urin keine mit ß-Naphthalinsulfochlorid reagierende Produkte in irgendwie er¬ heblicher Menge gewinnen. *) Emil Fischer und Emil Abderhalden, Über das Verhalten verschiedener Polypeptide gegen Pankreassaft und Magensaft. Diese Zeit¬ schrift, Bd. XLVI, S. 52. 1905. *j Emil Abderhalden und Yutaka Teruuchi, Über den Abbau einiger Aminosäuren und Peptide im Organismus des Hundes. Diese Zeit¬ schrift, Bd. XLVII, S. 159. 1906. Hoppe-Seyler's Zeitschrift f. physiol. Chemie. XLVII. 26