Notiz Ober die Reaktion von Cholesterin mit fc-Methylfurfurol. Von Carl Neuberg. (Aus der chemischen Abteilung des Pathologischen Instituts zu Berlin.) (Der Redaktion zugegangen am 27. Februar iDOfi.) In der Festschrift für E. Salkowski (Berlin 1904, S. 279) habe ich in Gemeinschaft mit Dora Rauchwerger eine Farben¬ reaktion des Cholesterins beschrieben. Sie besteht darin, daß Cholesterin in alkoholischer Lösung mit einer Spur Rhanmose- oder b-Methylfurfurollüsung versetzt und dann mit konzentrierter Schwefelsäure unterschichtet wird. An der Berührungsllüche entsteht fast sofort ein himbeerfarbener Ring und beim Schütteln unter Kühlung färbt sich die ganze Flüssigkeit himbeerfarben und zeigt, eventuell nach Verdünnung mit Alkohol, einen charakte¬ ristischen Absorptionsstreifen, der kurz vor E beginnt und mit b abschneidet. Der analoge Ausfall der Reaktion mit Substanzen aus der Terpenreihe hat Irüher die Vermutung nahe gelegt, die Reaktion auf den hydroaromatischen Ring zu beziehen. Nach den Erfahrungen, die seither Guérin1) bezüglich Farben¬ reaktionen des Furfurols gemacht hat, wird man sie jedoch auf das Hydroxyl beziehen müssen. Diese Probe ist durch die Schönheit der Farbe und Schärfe des spektralen Bildes sowie die tagelange Beständigkeit aus¬ gezeichnet. Die früher geäußerte Erwartung jedoch, sie zur Lnterscheidung von Cholesterin und Phytosterin verwenden zu können, hat sich nicht bestätigt. Während ein damals be¬ nutztes pflanzliches Cholesterin unbekannter Herkunft keine oder höchstens eine angedeutete Reaktion zeigte, konnte nun¬ mehr festgestellt werden, daß Phytosterin aus Baumwollsamenöl* *) den gleichen Ausfall der Probe gibt wie gewöhnliches Cholesterin. l) Journ. de Pharm, et Chimie [<>j, Bd. XXI. S. 14, 1905. *) Das Präparat verdanke ich der Güte des Herrn Prof. Salkowski.