Über die Bedeutung der Cellulose im Haushalte des Menschen. I. Mitteilung. Von Dt. Hans Lohrisch, II. Arzt. iAu.s der I. inneren Abteilung: des Sta<1tkrankenhause.s Friedrichstadt zu Dresden Oberarzt Fr of. Dr. Ad. Schmidt.) «Der Deduktion zugegangen am :tl. Januar l‘J0t>.) Die Cellulose bildet einen Teil der Zellwand der pflanz¬ lichen Gebilde. In der Wand der jungen Zelle ist die Cellulose in reiner Form enthalten. Sie erleidet aber je nach der physio¬ logischen Leistung und mit zunehmendem Alter der einzelnen Zelle in ihrer chemischen Zusammensetzung und physikalischen Struktur Modifikationen in dem Sinne, daß außer anorganischen Salzen (Si02) und Proteinsubstanzen sich noch andersartige organische Substanzen in die Cellulose einlagern. Diese sind hauptsächlich das Lignin (Holzstoß), welches den eigentlichen Ptlanzenzellstoff, die Cellulose, inkrustiert, d. h. in inniger Weise durchdringt und nach F. Schulze1) etwa in derselben Menge wie Cellulose in den Pflanzen vorhanden ist; ferner Korkstoffe und Kutikularsubstanzen (Bestandteile der pflanzlichen Epi¬ dermis). Dieses Gemenge reiner Cellulose mit den genannten Substanzen wird nach dem Vorschläge von Henneberg und Stob mann2) Kohfaser genannt. Wir verstehen mit Henne¬ berg und Stohmann2), denen wir die ersten ein wandsfreien Untersuchungen über die chemische Zusammensetzung der Roh¬ faser der Futtermittel und des Kotes verdanken, unter Rohfaser alles das, was nach Behandlung von Pflanzenteilen mit Wasser, verdünnten Säuren und Alkalien, Alkohol und Äther ungelöst zurückbleibt. Die bei den Herbivoren im Kot wieder ausgeschiedene Rohfaser besteht nach Henneberg und Stohmann2) aus den