Zur Chemie des Jecorins. Von Privatdozent Dr. Waldvogel, Oberarzt, und Dr. Tintemann, Assistent. (Aus dem Laboratorium der medizinischen Klinik zu Güttingen. Dir.: Geh.-Hat Prof. Dr. Kbstein.) (Der Redaktion zugegangen am 23. Januar 1900.) \\ ährend die Autoren, welche sich bislang mit dem Jecorin beschäftigt haben, dasselbe zunächst nach dem Verfahren Drechsel s1) und zwar aus normalen Organen gewannen, hat W aldvogel?) es zuerst beim autolytischen Prozeß festgestellt. Kr fand, daß, wenn man den Alkoholauszug autolysierter Hunde¬ lebern nach Verdrängung des Alkohols zunächst mit Äther, dann mit warmem Alkohol behandelte, eine poröse sehr feste Masse von erdigem Aussehen zurückblieb, die stark hygro¬ skopisch war. Diese Substanz löste er irt Wasser, sie reduzierte schwefelsaures Kupfer und Silbernitrat, beim Kochen mit Kali¬ lauge entstand eine Seifengallerte. Schon in der ersten Arbeit bemerkte Waldvogel,2) daß wasserlösliche, in Äther und Al¬ kohol nach dem Verdunsten des sie zunächst lösenden warmen Alkohols unlösliche, durch Aceton fällbare Substanzen neben dem reduzierenden Jecorin bei der Autolyse entstehen, daß die Affinität zu WTasser nicht immer gleichmäßig ausgebildet ist. Zur Fällung des Jecorins wurde die 4—5 fache Menge Aceton verwandt: wir werden später sehen, daß es auf die Innehaltung dieser Acetonmenge ankommt. Auch in der vorläufigen Mitteilung über P-Vergiftung konnten Tintemann und Waldvogel3) berichten, daß dieser Prozeß mit der Autolysc auch das Kntstehen des Jecorins ge- l) Journal f. prakt. Chemie, N. F., Bd. XXXlil, 1886. *) Virchow's Archiv, Bd. CLXXVH, 1904. 3) Zcntralbl. f. allgem. Path. u. pathol. Anatomie, Bd. XV, 1904. Hoppe-Seyler’s Zeitschrift f. physiol. Chemie. XLVII. 9