Über das Vorkommen von freien Aminosäuren im Harne und deren Nachweis. Von l)r. Gunnar Forssner, Stockholm. Aus dt-r 11 medizinischen Klinik zu München. Direktor Prof. Dr. Fried r. Müller.) (Der Redaktion zusegiuiecii am t. .lunuar lDOti.) lgnatowski1) hat mit der ß-Nuphtalinsulfochloridmethode bei verschiedenen krankhaften Zuständen freie Aminosäuren im Harne nachgewiesen, und besonders hat er dabei festgestellt, daß bei der Gicht Glycocoll regelmäßig im Harne vorkommt. In 7 von 7 Fällen hat er ß-Naphtahnsulfochloridglycoeoll aus dem Harne isolieren können (durchschnittlich 100—2<K) ing pro Tagesmenge), und in ß von diesen Fällen hat er daneben auch andere Aminosäuren, wahrseheinlicli Leucin und Aspara- g i n sä u re, nach ge w i esc n. Auf Vorschlag Herrn l’rof. Müllers habe ich mit der ge¬ nannten Methode Untersuchungen vorgenommen, zunächst mit der Aufgabe, zu erforschen, ob die Ausscheidung von Amino¬ säuren für die Ditferentialdiagnose der Gicht von einigem Wert wäre. lgnatowski hat die ursprüngliche Methode von F. Fischer und 1\ Hergell etwas modiliziert und bei den Versuchen, welche ich zum oben erwähnten Zwecke anstellte, folgte ich im Anfang genau den Vorschriften Ignatowskis. ln aller Kürze erwähnt, ist das Vorgehen nach Igna- towski folgendes: Der Harn wird mit Blei gefällt, mit Schwofel- wasserstoß entbleit, im Vacuum bei 4f)° etwa zur Hälfte des anfänglichen Volumens eingeengt und nach Zusatz von Salz¬ säure mit Äther geschüttelt; man alkalesziert mit Kalilauge und schüttelt während 9 Stunden mit ß-Naphtalinsulfochlorid in *) Diese Zeitschrift, Bd. XLV1I, 11. 4.