Über die Bedeutung des Wassers für die Bildung kolloidaler Hohlkörper aus Seifen. Von F. Krafft. iDer Redaktion zugegangen am :»>. Dezember lyo.Y) In zwei früheren Mitteilungen1) über Quellungserschei- nungen — sogenannte Myelinformen — bei Heptylaminseifen wurde zunächst kurz berichtet über die älteren Arbeiten über derartige Vorgänge, die seit mehr als fünfzig Jahren wegen ihrer aullallenden Ähnlichkeit mit Prozessen in der Natur immer wieder die Aufmerksamkeit auf sich gezogen haben. Es wurde weiterhin gezeigt, daß meine vorausgehenden Untersuchungen,*/ denen zufolge die Seifen in ausgesprochener W eise zur großen Klasse der 'Kolloidsubstanzen* od(*r Membranbildner — gegen¬ über den Krystalloiden ♦ oder Krystallbildnern- gehören, diese Erscheinungen in ein jedem Chemiker aus täglicher Erfahrung vertrautes, wenn auch mitunter schwierig zu begehendes Ce- biet verweisen. Dabei wurde festgestellt, daß es keinen wesent¬ lichen, sondern nur (‘inen stufenweisen Unterschied zwischen krystalloiden und kolloidalen Lösungen gebe. Hiernach war es leicht, den meist übersehenen Unterschied zwischen der Bildung kolloidaler Hohlkörper aus trockenen Kolloidsubstanzen und WLasser einerseits, und derjenigen von Emulsionen anderer¬ seits genauer zu präzisieren. Hegen über der großen Löslichkeit von Alkaliseifen, wie Natriumoleat, in Wasser, welche die Unbeständigkeit der Quellungskörper, ein zu rasches Werden und Vergehen der¬ selben zur folge hat, wurde für Versuche und Demonstrationen die Verwendung von Aminseifen, namentlich den von meinen präparativen Arbeiten her bequem, auch käuflich, zugänglichen ‘) Diese Zeitschrift, Bd. XXXV, S. 801-885. Berliner Mer., Md. XXVIII. S. 2578; Md. XXIX, 182«, 1881.