? ’{60 Ivar Bang. Entgegnung an Herrn Pawlow und Parastschuk. Ks ist aber auch nicht den Verfassern gelungen, einwandfrei nach¬ zuweisen. daß beim Hunde Pepsin und Lab durch ein und dasselbe Ferment gebildet wird. Die Verfasser haben ihre Gerinnungsversuche bei saurer Reaktion vorgenommen. Es ist aber nicht untersucht worden, ob hierbei Lasein oder Käse ausgoschieden ist. Zwar wurde in den Kon- troll versuchen das Lasein erst nach 10 Stunden ausgefällt, es ist aber a priori durchaus nicht ausgeschlossen, daß bei einem größeren oder geringeren Teil der Versuche eine Beschleunigung der Gaseinfällurig und nicht eine Gerinnung vorliegt. Das Gerinnungsprodukt ist niemals untersucht worden. Aber wenn auch immer eine eigentliche Gerinnung stattgefumb'ii hätte, ist hier nicht bewiesen, daß «der althergebrachten Meinung, daß die uroteolytische und milchkoagulierende Eermentwirkung spezifischen Fer¬ menten angehören, jeglicher Boden unter den Küßen* entzogen worden ist. Der Publikationstilel der Verfasser formuliert auch das Problem etwas anders. Hier ist nämlich die Aufgabe gestellt, zu entscheiden, ob eine proteolytische und milchkoagulierende Wirkung demselben Kiweißfermente zukomml und nicht, ob Pepsin und Lab zwei Eigenschaften eines Fcr- mentes darstellen. Man kann nämlich sehr wohl annehmen, daß Lab und Pepsin verschiedene Fermente sind, obwohl das Pepsin auch eine mil* ii- koagulierende Wirkung, welche nur bei saurer und nicht bei neutral, r Heäktipn sich entfalte!. besitzt. In der Tat habe ich bei meinen Lab¬ untersuchungen Tatsachen, welche eine solche Auffassung nicht unwahr¬ scheinlich machen, beobachtet. leider aber nicht weiter verfolgt. Ich linde auch, daß die Ergebnisse der Verfasser am besten mit einer solchen Auffassung ü here in.sti mined. Deshalb müssen auch Gbymosin und überhaupt Labunlersuchung< a bei streng neutraler Reaktion ausgeführl werden, wie auch die frühen u Forscher es gemacht haben. Zuletzt will ich in Anbetracht der Aufforderung der Verfasser, ein pepsin- resp. labfreies Ferment ihnen zuzusenden, bemerken, daß ich gern bereit bin. ein pepsinfreies Parachymosin oder chymosinfreies Pepsin zur Benutzung der Herren Pawlow und Parastschuk darzustellen Da man aber imstande ist, sich in zwei Minuten durch Erhitzen em pepsinfreies Parachymosin zu verschaffen und nach einer Digestion von zwei Tagen ein Kalbspepsin zu bereiten, welches nach der Neutralisation mit GuGO.t keine Milch koaguliert (siehe meine Arbeit S. 127 und b>:b. so ist dies vielleicht vorläufig überflüssig. Lund. 10. Oktober 1904.