Pharmakologische Studien Ober synthetisch hergestellte Basen aus der Piperidinreihe.') Von Dr. med. Herrn. Hihtebrandt, i’rivatdo/.ent für Pharmakologie und (ierii hlli. he Medizin an der Universität Halle Assistent um I,li.tniiak<>l"gi>«hi‘n Institut. (IJer Kedaktion zugogançpn am 20. Oktober 19(0.) Vor einigen Jahren habe ieh Mitteilung gemacht über das pharmakologische Verhalten2) einer neuen Klasse von Basen, welche man erhält, wenn mau litjiiimolekulare Mengen eines l henols, Piperidin und F ormaldèl^id auf einander ein¬ wirken läßt. Lin besonderes Interesse beanspruchte die von Thymol ge¬ bildete Base, da das im Harn nach ihrer Darreichung erscheinende Stoffwechselprodukt — eine gepaarte Glykuronsaurê — mit größter Leichtigkeit rein zu erhalten war. Bezüglich der Kon¬ stitution der Basen habe ich auf Grund der vorliegenden Literatur angenommen, daß der Eingriff des Formaldehyds nicht in die Hydroxylgruppe erfolgt, sondern an einer der besonders reak¬ tionsfähigen Stellen des Benzolringes, nämlich an tier Para- bezw. der Orthostellung zum Hydroxyl. HA__ ch, CH, ho/ yc - CH, - - n/ ^CH, ch3 CH, ch, Mit dieser Auffassung stimmte auch das Ergebnis der Untersuchung des Spaltungsproduktes der gepaarten Verbindung. Wahrscheinlicher war der Eingriff des Formaldehyds in die l) Die Untersuchung wurde in der Chemischen Abteilung des Physiologischen Institutes zu Berlin begonnen und rm Institute für Pharmakologie und Physiologische Chemie zu Halle be¬ endet; einige Versuche wurden un Chemischen Institute zu Greifs¬ wald und im Pharmakologischen Institute zu Bonn ausgeführt. *) Arch. f. experim. Path. u. Pharm., Bd. 44, Ü 278 fT. (1900). 4