Der Nachweis des Guanidins unter den bei der Selbst¬ verdauung des Pankreas entstehenden Körpern. Von Fr. Kutscher und J. Otori. (Aus dem physiologischen Institut .1er Universität Marburg , iDer Uedaktion zugeganpen am 21. August i*H)4.) In letzter Zeit haben die Vorgänge, die sich bei der Selbst- verdauung der Organe abspielen, wesentlich an physiologischem Interesse gewonnen, weil wir annehmen müssen, daß sie sich entweder so, wie wir sie im Reagensglas beobachten können, oder in mehr oder minder modifizierter Form auch während des Lebens abspielen. Besonders geeignet zum Studium dieser Vorgänge ist das Pankreas, da dasselbe reich ist an kräftigen und mannigfaltigen Lnzymcn, auf deren \\ irkung wir die Selbst¬ verdauung der Organe zurückführen. Bei Untersuchungen, die'namentlich von Kutscher über die Einwirkung des Trypsins auf die Eiweißstoffe der Bauch¬ speicheldrüse angestellt worden sind, hat sich ergeben, daß dieselben, entgegen den Anschauungen Kühnes, sehr; schnell vom Trypsin zerstört und in biuretfreie Körper übergeführt werden. Kutscher und Lohmann haben dann neuerlich ver¬ sucht, die basischen Substanzen, die bei der Selbst Verdauung des Pankreas entstehen, sich aber der Beobachtung bisher ent- * zogen hatten, zu gewinnen. Sie untersuchten die * Lysinfraktion » näher und konnten zeigen, daß dieselbe nicht einheitlieh ist, sondern neben Lysin reichliche Mengen Cholin enthält. Die Methode, die sie anwandten, ist kurz folgende: Die lebend¬ frischen Pankreasdrüsen wurden fein gehackt, in Chloroform¬ wasser aufgeschwemmt und der Autodigestion bei 370 Ç. über¬ lassen, bis die Verdauungsflüssigkeit biuretfrei war. Die Ver¬ dauungsflüssigkeit wurde darauf von Phosphaten durch Baryt