58 M. Siegfried, verläuft jedoch der Aufschluß mit dem vor kurzem1) be¬ schriebenen Apparate: der Aufschluß bei Gegenwart von Phos- phorwolframsäure fordert nicht mehr Zeit als ein gewöhnlicher. Selbst bei Gegenwart von 25 g Phosphorwolframsäure im Kölbchen findet kein Stoßen und Anlegen statt. Sobald die Mischung grünlich wird, oxydiert man mit Permanganat bei ausgelöschter Flamme, aber während die Kolben in Bewegung sind. Nach dem Gelbbrennen des Inhalts oxydiert man in gleicher Weise noch zweimal in Zwischenräumen von etwa 10 Minuten. Um das Anlegen während des Frkaltens zu ver¬ meiden, läßt man den Apparat bis zum Lrkalten der Kolben in Bewegung. Bei Berechnung der Korrektion für die Löslichkeit des PWS-Niederschlages bei Proteinsubstanzen im allgemeinen ist folgendes zu beachten : Bei den bisher bekannten Untersuchungen ist im allgemeinen nur die Löslichkeit des Argininphosphor- wolframates berücksichtigt,- da das Lysinphösphorwolframat nur wenig löslich ist. Außer acht ist aber die Pyrrolidinkarbon¬ säure gelassen, von deren Phosphorwolframat die Löslichkeit unbekannt ist. Aber auch die Berücksichtigung der Löslichkeit der Phosphorwolframate des Histidins, des Arginins, Lysins und der Pyrrolidinkarbonsäure würde nicht genügen, weil die Gemenge der Phosphorwolframate andere .Löslichkeit besitzen müssen, als die Summe der Löslichkeit der einzelnen Bestand¬ teile. Als einziger Weg ergibt sich das einfache Verfahren, in jedem einzelnen Falle, also bei jeder Proteinsubstanz, die Lös¬ lichkeit des gesamten PWS-Niederschlages zu bestimmen und hiernach die Korrektion zu berechnen. Bei dem Caseinokyrin liegen die Verhältnisse einfacher, da nur Arginin und Lysin als Spaltungsprodukte entstehen; wie ich weiter unten zeigen werde, deckt sich die Löslichkeit des genannten Niederschlages in diesem Falle ungefähr mit der des Argininphosphorwolframates. Zweitens ist die Temperatur sehr zu beachten. Die unten mitgeteilten Zahlen zeigen den wesentlichen Kinfluß der Tem¬ peraturen auf die Löslichkeit der Phosphorwolframate. ') M. Siegfried, Diese Zeitschrift, ßd. XLI, S. 1.