Über Caeeinokyrin. Von 31. Siegfried. (I>t;r Hedaktiou zugegangcn am 1». August liKIt.i Nachdem der Nachweis erbracht war,1) daß aus dem Glutintrypsinpepton und aus (ilutin durch geeignete Zersetzung mil Salzsäure ein basischer Kern, das Glutokyrin, abgespalten wird, ergab sieh die Aufgabe, zu prüfen, ob auch eigentliche Kiweißkürper einen gleichen oder ähnlichen Kern enthalten. Hei der Sonderstellung, welche das Glutin in der Reihe der Rmleinsubstanzen einnimmt, war es nicht angängig, einen basischen Kiweißkern anzunehmen, solange ein solcher nur für das Glutin nachgewiesen war. Tatsächlich läßt sich ein solcher Kern sowohl aus dein Fibrin als auch aus dem Casein isolieren. Diese Kyrine, die nunmehr den Namen Protokyrine be¬ anspruchen können, sind sehr ähnlich, unterscheiden sich aber nicht unwesentlich von dem Glutokyrin. Die eingehende Unter¬ suchung des Fibrinokyrins wird von Herrn II. Geide ausge¬ führt. Hier sei über das Caseinokvrin berichtet. Darstellung des Caseinokyrins. Die Zersetzung des Caseins geschah durch Digestion mit ca. dein zehnfachen Gewichte teils 12°/oiger, teils lt)°/oiger Salz¬ säurt * während 3 Woehen bei 38—39°, wobei täglich um¬ geschüttelt wurde. Hierauf wird das dunkle, mit den Wasch¬ wassern vereinigte Filtrat zunächst unter kräftigem Rühren ') M. Siegfried, Mer. d. Königl. Sachs. Gesellscli. d. Wissensch., l‘HM. S «iß.