Über die Hydrolyse des Caseins durch Salzsäure. 27 r» Fraktionierung, die alle anwendbaren Wege benützt, weiter zum Ziel führen kann. Fnd ebenso selbstverständlich war*, daß die bisher schon mit Erfolg angewendeten Trennungsverfahren als Basis weiterer Zerlegungsmethoden dienen müssen. Es ist nun tatsächlich möglich gewesen, durch passende Kombinationen verhältnismäßig leicht Spaltungsprodukte auf¬ zufinden, welche bisher aus dem Casein nicht erhalten worden sind, die auch bei der Hydrolyse von anderen Eiweißstoffen noch nicht nachgewiesen wurden und auch als chemische In¬ dividuen bisher noch nicht beschrieben wurden. Sie sind durch¬ wegs gesättigte Verbindungen der Fettsäurereihe, und zwar: I Diamidodikarbonsäuren. 1. Diamidoglutarsäure C5ll1.,OlN2. 2. Diamidoadipinsäure C6Il14()4N.„ Die Diamidoglutar¬ säure dürfte in reinem Zustand isoliert worden sein. Bei der Diamidoadipinsaure war das nicht möglich, da sie* an Menge weit mehr zurücktritt: doch ist ihre Anwesenheit mit großer Wahrscheinlichkeit sichergestellt. II Aminooxypolykarbonsäuren. Auch diese sind ihrer Zusammensetzung nach gesättigte Fettsäureverbindungen. Ihre Alkoholnatur konnte bisher wegen Mangels an Material nicht direkt bewiesen' werden, ist aber sehr wahrscheinlich, da, falls der den Carboxylen nicht zu¬ gehörige Sauerstoff nicht in Hydroxylform wäre, der Wasser- stoffgehalt viel niedriger liegen müßte, als tatsächlich der Fall ist. Von diesen Verbindungen ist eine sehr einfach zusammen¬ gesetzt, es ist die ß. Aminooxybernsteinsäure C4I1705N. Leider war ihre Menge so gering, daß es nicht einmal möglich war, fest¬ zustellen, ob sie als aktive Verbindung auftritt: C8H,ßN./)6. Diese Verbindung hat die Zusammensetzung einer Dioxydiaminokorksäure und soll vorläufig unter diesem Namen gehen, obzwar ihre Beziehung zur normalen Korksäure in keiner Weise naehgewiesen ist.