82 Otto Neubauer und W. Falta. aminoossigsäure und PhtMiylpropion.säure in großen Dosen ver¬ abreicht, oIhh* indes eine sichere Vermehrung der ausgesrhiodenen Alkaplonsauren zu erzielen. Als uns daher vor einiger Zeit durch die gütige Erlaubnis des Vorstandes der Easier medizinischen Klinik, Herrn Professor IIis, Gelegenheit geboten wurde, rntersuchungen an einem Falle von Alkaptonurie anzustellen,1) erschien es uns wünschenswert, zunächst die eben erwähnten Versuche zu wiederholen und dann auch den Einilnß anderer bisher nicht untersuchter Gruppen von aromatischen Säuren auf die Alkaptonausscheidung zu studieren. Zur Methodik ist folgendes zu bemerken. Die Säuren wurden m Dosen van 0.5-1,0 g über die'Tagesstunden verteilt, in capsul amylac. verabreicht, und zwar entweder in Form ihrer Na-Salze oder in freiem Zustande; in letzterem Falle wurde narh jeder Dosis eine Messerspitze Natr. biearbnnieum gegeben. Die. verwendeten Präparate waren teils von K. Merck, teils von Dr. Tb. Schuchardt bezogen, zum Teil haben wir sie selbst dargestellt. Von ihrer Heinbeit überzeugten wir uns durch Be¬ stimmung der Schmelzpunkte, von ihrer Fnschädlichkeit durch Tier- und Selbstversuche. Im 21 ständigen Harn ivon 8 Flir morgens bis S I hr morgens) wurde das Heduktionsvermögen für ammoniakalische Zehntel- Normal-AgNOs-Kösung nach der von Wulkow und Haumann *j ange¬ gebenen Methode bestimmt; die erhaltenen Heduktionswerte wurden durch Multiplikation mit dem I- aktor0,0-il2T auf Homogen tisinsäure eingerechnet.3 ( Die N-Hestimmungen wurden nach Kjeldahl vorgenommen. In der ersten Zeit der Versuche (vom 28. September bis 3. Oktober 1902.1 erhielt der Patient aus anderen Oründen eine vollständig gleichmäßige, eiweißarme Kost, vom L Oktober an wurde etwas Eiweiß zugelegt. \°m Apcil bis Juli war die Menge des täglich eingeführten Eiweißes noch größer und dementsprechend zeigt auch die N- und die Homo- gentisms.äure-Ausscheidung höhere Werte. Aus den erhaltenen Zahlen (i<’naueres über den Kall (Anton M., Hauer aus Hasel-Land) siehe héi Langstein und Erich Meyer, D. Aich. f. klin. Med., Kd. 78, S. 161 (1903),' terner bei W. Ealta und Langstein. Diese Zeitschr,, Bd. XXXVII. ‘s- " Ealta, Verhandl. der Xaturh.-Oeselisch, zu Basel (1903); Abderhalden und W. Ealta. Diese Zeitsehr . Bd. XXXIX, S. ITT. *• Wolkow und Baumann, Diese Zeitschr., Bd. XVI. S. 270 (1892). J| K(‘i ‘lern hier untersuchten Kalle war die ausgeschiedene Alkapton- säure Homogentisinsäure. Froleucinsäure konnte während derZeit unserer Untersuchungen nicht nachgewiesen werden. In einem früheren Zeitpunkte war es allerdings Langstein und Erich Meyer (a. a. O.) gelungen, eine geringe Menge von Froleucinsäure aus dem Harn dieses Patienten dar- zustellen.