Bemerkung zur Mitteilung von Rudolf Adler und Oskar Adler: «Über eine Reaktion im Harn bei der Behandlung mit Resorcin». Von Heinrich Rosin. (Der Redaktion zugegangen am 26. April 1904.) In Heft 3, Bd. XLI dieser Zeitschrift, beschreiben die Herren Adler eine Fehlerquelle der Seliwanoffschen Reaktion auf Frucht¬ zucker: sie weisen darauf hin, daß ein anderer, mit der Lävulose nicht identischer Körper die Reaktion ebenfalls hervorrufe, und sie sind der Meinung, daß die salpetrige Säure diese ähnliche Farbenveränderung erzeugen könne. Offenbar ist den Verfassern meine Arbeit über eine Verschärfung der Seliwanoffschen Reaktion (diese Zeitschrift, Bd. XXXVIII, Heft 5u. 6) völlig unbekannt geblieben. Ich habe daselbst darauf aufmerksam gemacht, daß die von mir angegebene Verschärfung, welche auf Ausschüttelung mit Amylalkohol nach vorheriger Neutrali¬ sierung mit kohlensaurem Natron und auf spektroskopischer Betrachtung beruht, auch «gestattet, anderweitige Rotfärbungen, die beim Kochen anderer Substanzen mit Salzsäure und Resorcin entstehen, von denjenigen zu unterscheiden, welche die Ketosen ergeben». Auch ich hatte nämlich die Erfahrung gemacht, daß gewisse Harne, und besonders diabetische und nephritische, zuweilen eine rosarote Färbung bei Anstellung der Seliwanoffschen Probe ergeben; freilich war eine Verwechslung deshalb so gut wie ausgeschlossen, weil die Färbung nach einigermaßen intensivem Erhitzen wieder schwindet, während die Seli- wanoffsche stets bestehen bleibt. (Auch die Verfasser obiger Mitteilung geben an, daß die von ihnen beobachtete Färbung mitunter bald nach ihrem Auftreten verschwindet.) Es dürfte gewiß von Interesse sein, auch dieser anderweitigen Rotfärbung näherzutreten, wie es die Verfasser beabsichtigen. Dieselbe aber von der Seliwanoffschen zu unterscheiden, wird ihnen stets leicht sein, wenn sie meine Angaben dabei berücksichtigen werden.