Gallenuntersuchungen nach Phosphor- und Arsenvergiftung. Von Dr. philos. Alfons Pilzecker. Der Redaktion zugegangen am 25. Januar 1904. § 1. Nachstehende Untersuchung setzt sich das Ziel, zu den von Prof. Brauer so erfolgreich in Angriff genommenen experimentell pathologischen Studien der Veränderungen, welche die Galle unter der Einwirkung krankmachender Stoffe erfährt, einen Beitrag zu liefern. Und zwar hat Verfasser den Einfluß unter¬ sucht, den eine chronische Vergiftung durch Phosphor und durch Arsen auf die Gallenbeschaffenheit hat. Die außerordentlichen individuellen Schwankungen, welche gerade die Gallensekretion zeigt, machen es, wie Stadelmann schon bemerkt, nötig, «stets wieder von neuem, sobald man Versuche an Gallenfistelhunden machen will, die normale Aus¬ scheidungsgröße für das betreffende Tier genau festzustellen». Verfasser hat daher, bevor er mit der Intoxikation seiner Ver¬ suchstiere begann, Versuchsreihen vorausgeschickt, in denen die dem gesunden Tier entnommene Galle den gleichen Prüfungen unterworfen wurde, die später mit der von dem vergifteten Tiere sezernierten Galle angestellt werden sollten. Bei der Anknüpfung dieser Untersuchungen an die Brauer- sche Arbeit war es verständlich, daß zunächst auf das patho¬ logische Auftreten von Eiweiß und Zucker in der Galle ge¬ fahndet wurde. Zum Nachweis von koagulierbarem Eiweiß in der Galle steht zunächst das von Brauer ausgearbeitete und Bd. XL, S. 203 dieser Zeitschrift beschriebene Verfahren zur Verfügung. Es gelingt hiermit, das in der Hundegalle enthaltene echte Mucin in Lösung zn erhalten, während anderes etwa auftretendes ♦ koagulierbares Eiweiß gefällt wird.