Über das Verhalten gewisser organischer Verbindungen gegenüber Blut mit besonderer Berücksichtigung des Nachweises von Blut. Von Oskar Adler und Rudolf Adler. (Der Redaktion zugegangen am 7. Januar 1904.) I. Von den chemischen Methoden zum Nachweise von Blut kommt die Darstellung der Häminkristalle an erster Stelle in Betracht ; als unterstützend für die Erkennung des Blutes kann unter Umständen auch der Nachweis der Eiweißkörper und des Eisens von Bedeutung sein. In klinischer Beziehung erfreut sich die Guajakprobe allgemeiner Anwendung zum Nachweise von Blut im Harn, im Magensafte und in den Faeces. In letzter Zeit fand diese Probe in Vitali1) einen warmen Fürsprecher. Bekanntlich beruht die Guajakprobe auf der Fähigkeit des Hämoglobins, den aus dem Terpentinöl oder Wasserstoffsuper¬ oxyd stammenden Sauerstoff auf den wirksamen Bestandteil des Guajakharzes, der von Hadelich als Guajakonsäure be¬ zeichnet wurde, zu übertragen, wodurch ein in neutraler oder saurer Lösung blauer Körper entsteht, den man als Guajakon- säureozonid bezeichnet hat. An Stelle der Gnajaktinktnr haben wir uns mit Vorteil zum Nach¬ weise von Blut des Guajacins bedient, eines von Schmitt2) aus Gua- jakholz dargestellten Körpers, der sich durch größere Empfindlichkeit auszeichnet. Wir versetzen die zu untersuchende Flüssigkeit mit etwas Wasserstoffsuperoxyd und überschichten mit einer alkoholischen Guajacin- lösung. In neuerer Zeit hat Rossel3) zum Nachweise von Blut im Harn das Barbados-Aloin empfohlen. Die Probe steht nach Utz4) in ihrer Empfindlichkeit der Guajakprobe nach. ö Vitali, Giorn. di Farmac. di Trieste 1902, Bd. 7, S. 193. 2) Schmitt, Le Bois de Gajac, Thèse de Nancy, 1875, u. Mercks Bericht 1902, S. 75. 3) Rossel, Schweizer. Wochenschrift Chem. Pharm. 1901, Nr. 39, S. 557 ff. 4) Utz, Österr. Chem. Ztg. 1902, Bd. 5, S. 558.