Über die Bedeutung der Pentosane als Bestandteile der Futtermittel, insbesondere des Roggenstrohes. Von Albin von Rudno Rudzinski. Mit einer Abbildung. (Der Redaktion zugegangen am 16. November 1903.) Literaturübersicht. Die Pentosane sind Kohlenstoffverbindungen von der allgemeinen Formel C5H804.r) Sie sind die Anhydride der Pentosen, denen die Formel G5H10O5 zukommt, wieKiliani* 2) für die von Scheibler 3) zuerst dargestellte Arabinose, To liens4) für die von Thomsen5) entdeckte Xylose nach wies. Durch E. Fischer6) sind die Pentosen näher untersucht worden; es ist ihm gelungen, noch zwei Pentosen synthetisch darzustellen, sodaß von den acht möglichen Formen nunmehr fünf bekannt sind, nämlich r- und 1-Arabinose, Xylose, Ribose und Lyxose. Außerdem sind noch vier Methvlderivate der Pentosen : Rham- nose, Fucose, Chinovose und Isorhamnose7) aufgefunden worden. Weder die Pentosane noch die Pentosen kommen frei in der Natur vor: ein zu dieser Gruppe gehöriger Alkohol, der Adonit,8) ist in dem Adonisröschen nachgewiesen worden. An andere Körper gebunden sind die Pentosane weit verbreitet; nach den bisherigen Untersuchungen sind sie stets Regleiter der Kohlehydrate in der pflanzlichen Zelle. ‘) To liens, «Kurzes Handbuch der Kohlehydrate», 1898. 2) Berichte der deutschen chemischen Gesellschaft, Bd. 19, S. 3029. 3^ » » » » » » 6, S. 612. 4) » » » » » » 21, S.3508. 5) Journal für praktische Chemie, Bd. 19, S. 146. 6) Jahresbericht der Agrikulturchemie, 1896, S. 280. i) » 1896, S. 279. 8) Die landwirtschaftl. Versuchsstationen, Bd. 48, S. 102. Hoppe-Seyler’s Zeitschrift f. physiol. Chemie. XL. 22