Ober die mineralischen Bestandteile der Kuhmilch und ihre Schwankungen im Verlaufe einer Laktationsperiode. Von Dr. August Trunz, Assistent am landwirtsch. Institut der Universität Halle a. S. Der Redaktion zugegangen am 16. November 1903. I. Bisherige Beobachtungen über die mineralischen Bestandteile der Kuhmilch. Die Zusammensetzung der Mineralstoffe. Wenn man Milch vorsichtig eindampft und bei schwacher Rotglut verascht, erhält man einen Rückstand von weißer Farbe, der schwach alkalisch reagiert. Dieser Rückstand, die Asche, kann der Menge nach sehr verschieden sein und schwankt bei den einzelnen Tiergattungen und innerhalb der Tiergattungen nach Rassen und Individuen beträchtlich. Das Kolostrum ist am reichsten daran und enthält bei Kühen nach Eugling1) 1,18—2,31 °/o, während der Aschengehalt der gewöhnlichen Kuhmilch nach Fleischmann2) von 0,60—0,86°/o, nach Kirchner3) von 0,60—0,90°/o schwankt. Der Aschengehalt der Milch anderer Tiergattungen sowie der Frauenmilch weicht zum Teil erheblich von demjenigen der Kuhmilch ab und be¬ trägt in Ziegenmilch4) 0,7 °/° Schafmilch5) 0,8 °/o Stutenmilch6) 0,28—1,20°/o und7) 0,27—0,49°/o Eselsmilch8) 0,30°/o und9) 0,40°/o Frauenmilch10) 0,19—0,34 °/a 1) Bericht über die Tätigkeit der landw. ehern. Versuchsstation d. Landes Vorarlberg 1876 u. 1877, S. 33—41. 2) Lehrbuch der Milchwirtschaft, 2. Aufl. 1898, S. 39. 3) Handbuch der Milchwirtschaft, 4. Aufl. 1898. S. 29. 4) 5) ti) und 8) Fleischmann, Lehrb. d. Milchwirtschaft. 7) Petersen und Hoefker, Landwirtschaftsblatt für das Groß- herzogtum Oldenburg 1897, Nr. 20. 9) Schloßmann, Diese Zeitschr., Bd. XXIII, S. 258. 10) Söldner, Diese Zeitschr., Bd. XXXIII, S. 43 u. 535. Hoppe-Seyler’s Zeitschrift f. physiol. Chemie. XL. 18