Das Vorkommen und die Bedeutung des Cholins in der Cerebrospinalflüssigkeif hei Epilepsie und organischen Erkrankungen des Nervensystems, nebst weiteren Beiträgen zur Chemie derselben. Von Dr. Julius Donath, Universitätsdozent, Oberarzt der Nervenabteilung des St. Stephan-Spitals in Budapest. Mit drei Abbildungen. (Der Redaktion zugegangen am 18. September 1903.) In einer anderwärts erscheinenden größeren Arbeit, welche sich mit der direkten Ursache des Krampfanfalles bei der sog. genuinen oder idiopathischen Epilepsie beschäftigt, habe ich die Ansicht entwickelt, daß es sich bei der Epilepsie um zwei Faktoren handelt, die den Krampfanfall bewirken: die ge¬ steigerte Erregbarkeit der Hirnrinde einerseits und eine auf die Hirnrinde ausgeübte Giftwirkung andererseits. Es ist ja selbstverständlich, daß jeder Reiz — sei er mechanischer, chemischer, entzündlicher oder infektiöser Natur — bei ge¬ nügender Intensität und Andauer auch an einem früher nor¬ malen Gehirn einen epileptischen Krampf wird her vorrufen können. Bei der genuinen Epilepsie aber, welcher ja oft genug ein aus früheren Zeiten herrührender Entzündungsprozeß zu¬ grunde liegen mag, glaube ich, kann man nicht umhin, anzu¬ nehmen, daß die Hirnrinde solcher Individuen leichter erregbar ist, sodaß giftige Stoffe — seien sie von außen eingeführt oder seien es normale giftige Stoffwechselprodukte, auf welche sonst ein gesundes Gehirn nicht reagiert — hier leicht einen Krampf¬ anfall hervorrufen können. Es scheint auch, nach den Unter¬ suchungen verschiedener Forscher, daß das Blut (Kr ai ns ky, neuestens Ceni), der Schweiß (Gabitto), vielleicht auch der Harn epileptischer Individuen giftig ist. Auch die, besonders nach gehäuften epileptischen Anfällen entnommene Cerebro-