Zur Kenntnis der Resorption der Eiweißkörper. Von Dr. M. Ascoli und Dr. L. Yig’ano. (Aus dem Institute für spezielle Pathologie der Universität Pavia: Prof. L. Devoto.) (Der Redaktion zugegangen am 14. Juli 1903.) In einer früheren Mitteilung1) machte einer von uns den Vorschlag, die biologische Präzipitinreaktion zur Verfolgung der der Eiweißkörper der Nahrung im tierischen Organismus jenseits der Magendarmschleimhaut zu benützen. Aus den daraufhin unternommenen Versuchen von M. Ascoli und von Moreschi3) hat sich ergeben, das per os verabreichtes Eiereiweiß während der Verdauung im Blute durch dieselbe noch als solches erkannt werden kann. Bei dem Interesse, das diesen Befunden für die Lehre der Resorptionsvorgänge im Magendarmkanal nicht ab¬ zusprechen ist, haben wir es als zweckmäßig erachtet, die in Rede stehende Frage durch möglichst zahlreiche Untersuchungen nachzuprüfen und unsere Erfahrung durch planmäßig vorge¬ nommene Beobachtungen an einem reichen Versuchsmateriale auszudehnen und zu sichern, worüber an dieser Stelle berichtet werden soll. Unsere Versuche bezweckten ursprünglich, die durch die biologische Reaktion erkennbaren, präzipitablen Bestandteile der Nahrung während der Verdauung in Blut und Lymphe aufzu¬ suchen und vergleichend zu prüfen; seitdem durch den einen von uns2) festgestellt wurde, daß manche Blutsera unter physio¬ logischen Bedingungen Präzipitine enthalten, haben wir unser Augenmerk auch auf das Verhalten der entsprechenden Hetero¬ präzipitine normaler Blutsera gerichtet. Wir experimentierten ausschließlich an Hunden. Denselben wurde in den nach der bekannten Technik isolierten, durch einen Strahl Äthylchlorid leicht gehärteten Ductus thoracicus eine Glaskanüle eingeführt und gebunden, eine Lymph- und Blutprobe (letztere aus der V. jugularis ext. oder aus der V. femoralis) entnommen und darauf mit der Magensonde