576 S. Salaskin u. Katharina Kowalevsky sofort abfiltriert, das Filtrat fast bis zum Sieden erhitzt, dann mit verdünnter Schwefelsäure zwecks Neutralisation des NH3 und Bleiausscheidung’ versetzt, die heiße Lösung rasch abfiltriert. Nach dem Erkalten wurde ein seidenartig schimmernder, die Hoffmannsche Reaktion zeigender Niederschlag ausgeschieden. Bei der Stickstoffbestimmung desselben erhielten wir folgende Zahlen : 0,2252g Substanz gaben 16,2ccm N (757,5 mm, t 24,5) Berechnet auf C9HltN03: Gefunden: 7,74 °/o 8,07 °/o Nachdem das Tyrosin abfiltriert worden war, wurde das Waschwasser zwecks Entfernung des Baryums mit H2S04 be¬ arbeitet, dann das BaS04 abfiltriert. In dem Filtrate bildet sich nach Zusatz von Phosphorwolframsäure ein Niederschlag, welcher dadurch bedingt ist, daß beim Waschen des ursprüng¬ lichen Phosphorwolframniederschlags sich ein Teil desselben gelöst hat; deshalb wurde das Filtrat von neuem mit Phosphor- wolframsäurelösung gefällt, dann die Flüssigkeit von dem hierbei entstehenden Niederschlage abgegossen: der Nieder¬ schlag ist von teigiger Konsistenz und klebrig; zwecks voll¬ kommener Reinigung wurde er mehrmals in angesäuertem Wasser zerstampft, dann mit heißem Wasser extrahiert, die heiße Lösung von dem unlöslichen Teile abfiltriert; nach Er¬ kalten der Lösung fällt ein Niederschlag, der die nämlichen Eigenschaften wie der ursprüngliche besitzt, zu Boden; es wurde nun die Mutterlauge abgegossen, der Niederschlag aber in heißem Wasser gelöst und mit heißer Barytlösung versetzt. Da das Phosphorwolframat in seinen Eigenschaften an diejenigen erinnert, welche E. Schulze und E. Winter stein1) als für das Phosphorwolframat des Phenylalanins charakteristische Merkmale beschreibt, so hielten wir uns in der weitern Be¬ arbeitung genau an die Angaben von E. Schulze und Winter- stein (1. c. 215), d. h. es wurde zu der vom Baryumphosphor- wolframat abfiltrierten, mit C02 bearbeiteten und sodann l) Diese Zeitschr., Bd. XXXV (1902), S. 215.