Zur Kenntnis* der Yerdauungsvorgänge im Dünndarm, II. 457 wohl kaum eines Commentares. Zweifellos wird von der Dannschleimhaut normaler Weise ein proteolytisches Enzym abgesondert, das im Grossen und Ganzen mit den Eigenschaften begabt ist, die Cohn Ire im seinem Erepsin zuschreibt Seine Wirksamkeit ist aber so schwach, dass es weit hinter dein Trypsin zurückbleibt, und dass man einen wesentlichen Einiluss auf die normale Verdauung diesem Enzym, wie wir jetzt dar- getlian zu haben glauben, nicht zuschreiben kann. Die Natur, die nicht geizt und möglichst sicher ihr Ziel zu erreichen sucht, hat die Darmwand mit dem -Vermögen ausgestattet, ein schwaches tryptisches Enzym abzusondern, das die der Trypsinwirkung entgangenen Reste der Eiweisskörper voll¬ kommen aufzuspalten vermag. Das scheint uns die einfachste» Erklärung der von uns und Anderen gefundenen Thatsaehen zu sein. Nach einigen Vorversuchen scheint es uns übrigens, als ob auch ein schwach wirkendes, Fette spaltendes Ferment von der Darmwand abgesondert wird, dem in ähnlicher Weist» die Aufgabe zufällt, die dem Pankreassteapsin entgangenen Fette zu zersetzen. \\ ir hollen, darüber bald berichten zu können. Wenn wir damit dem Cohn heim sehen Erepsin einen sehr grossen Theil seiner Bedeutung haben nehmen müssen, so verkennen wir nicht Cohnheim’s Verdienst, von Neuem die Frage nach dem Wesen und der Art «1er Ei weis s vert laming im Dünndarm mitaufgerollt zu haben und vor Allem, dass er in seiner Methode, nämlich der Untersuchung der Einwirkung von Enzymen auf schon vorverdaute Nahrungsstoffe, uns ein Mittel, gewissermassen ein physiologisches Vergrösserungsglas, an die Hand gegeben hat, um auch schwach wirkende Enzyme, die deswegen bisher unserem Nachweis entgangen sind, sicher zu erkennen. Als Ergebnisse lassen sieh vorstehenden Ausführungen entnehmen: 1. ln der resorbirenden Darmwand scheinen sich biuret- freie Extractivstoffe zu finden, welche unter Behand¬ lung mit siedender Säure Leucin abspulten.