Versuch® über Resorption, Verdauung und Stofwechsel von Echinodermen. Von Otto Cohnlieini. (Aus dem physiologischen Laboratorium der zoologischen Station zu Neapel.) (Der Redaction zugegangen am 12. Juni 1901.) • Bei den Untersuchungen der letzten Jahre überDarm- resorption, Nierensecretion und Lymphbildung hat sich ergeben, dass es nicht möglich ist, mit Kräften auszukommen, die der Zusammensetzung der Flüssigkeiten oder dem Aufbau der Wand ihren Ursprung verdanken. Bei diesen Processen wirken Kräfte, die von dem Protoplasma der Zellen geliefert, aus den Spann¬ kräften der Nahrung von ihm erzeugt ' werden. Zusammen mit ihnen wirken nun aber oft auch osmotische und andere Kräfte, deren vollständige Trennung von den anderen1 bisher noch in keinem Falle gelungen ist. Eine stets wiederkehrende Schwierigkeit bei diesen Untersuchungen besteht nun bekannt¬ lich darin, dass wir meist gar nicht in der Lage sind, die fraglichen Flüssigkeiten in ihrem ursprünglichen Zustande zu untersuchen, in dem sie aus %t Arbeit der Organe hérvor- gegangen sind. Am Darm specie» haben sich alle bisherigen Untersucher nur mit den Veränderungen beschäftigen können, welche die in sein Lumen eingebrachte Flüssigkeit daselbst erfährt. Eine Feststellung der resörbirten Substanzen auf der anderen Seite der Membran, im Blute, war unmöglich. Denn am lebenden Thiere wird das durch die Capillaren der Darro- wand strömende Blut durch die Circulation fortwährend er¬ neuert, sodass in jeder einzelnen Portion nur äüsserst geringe Subslanzmengen sich finden, und am isolirten, aus der Circu¬ lation entfernten Darme vermochte ich zwar eine Resorption