Ueber das Ammoniak in physiologischer und pathologischer Hin¬ sicht und die Rolle der Leber im Stoffwechsel stickstoffhaltiger Substanzen. Von Dr. Mied. Sergej Salaskin. Mit einer Abbildung. (Aus den chemischen und physiologischen Abtheilungen des Kaiserl. Instituts für experimentelle Medicin in St. Petersburg.) (Der Redaction zugegangen am 16. Juni 1898.) Es wird jetzt kaum Jemand daran zweifeln, dass in der Leber der Säugethiere Harnstoff gebildet wird; aber ebenso wenig wird, wie es scheint, bestritten, dass sie nicht der einzige Ort der Harnstoffbildung ist. Unentschieden bleiben die Fragen, welcher Theil des ganzen im Organismus ge¬ bildeten Harnstoffs auf den Antheil der Leber gerechnet werden soll? welche Verbindungen es sind, die in der letzteren un¬ mittelbar in Harnstoff umgewandelt werden? Findet eine Um¬ wandlung des kohlensauren resp. carbaminsauren Ammoniaks in Harnstoff lediglich in der Leber, oder auch in anderen Organen statt, welcher Natur ist dieser Process? muss der ganze in Form von Harnstoff ausgeschiedene Stickstoff vorerst die Form von kohlensaurem resp. carbaminsaurem Ammoniak annehmen, oder kann ein Theil des Harnstoffs durch einen anderen chemischen Vorgang entstehen? — Dies alles sind Fragen, die zur Zeit mehr oder weniger offen dastehen. Bis vor Kurzem wurde in allen hierauf bezüglichen Untersuchungen