Reye1) mit Erfolg angewendeten Verfahrens liegt, wie schon Kauder hervorhebt, in der Möglichkeit, die Concentrations- grenzen, innerhalb deren die Abscheidung einer Fraction erfolgt, scharf zu bestimmen, während die Methoden der Salzsättigung zur Voraussetzung haben, dass die Sättigungsconcentration mit jenem Gehalt zusammenfällt, der zur Abscheidung der be¬ treffenden Substanz gerade nothwendig ist, eine Voraussetzung, die in einzelnen Fällen, z. B. bei der Ausfällung von Globulin durch Magnesiumsulfat, zutreffen mag, in der Mehrzahl der Fälle aber, z. B. bei dem Aussalzen der primären Al¬ bum osen durch Steinsalz, das stets unvollständig bleibt, im Stiche lässt. Um die Salzconeentrationen genau zu bestimmen, bei denen die Abscheidung einzelner Fractionen erfolgt, steigert man durch Zufuhr von Annnonsulfat den Salzgehalt bis zum Beginn einer Trübung (untere Fällungsgrenze der I. Fraction), geht sodann mit dem Salzzusatz weiter, bis das Filtrat von dem entstandenen Niederschlag bei weiterem geringen Salz¬ zusatz keine Fällung mehr gibt (obere Fällungsgrenze der I. Fraction). Bei weiterer Erhöhung des Salzgehaltes tritt zu¬ nächst keine weitere Veränderung ein (Intervall zwischen den Fällungsgrenzen), dann aber erfolgt von einem bestimmten Punkte ab Trübung (untere Fällungsgrenze der II. Fraction); nach vollständiger Ausfällung lässt sich neuerlich eine obere Fällungsgrenze (der II. Fraction) sicherstellen, es folgt neuerlich ein Intervall, dann wird die Fällungsgrenze der III. Fraction erreicht u. s. f. bis zur völligen Sättigung mit Salz. Natürlich lässt sich eine solche quantitative Bestimmung nicht an einer Probe durchführen, sondern erfordert mehrere Versuchsreihen, wie sie z. B. von Kauder und Lewith ausführlich mitgetheilt worden sind. Ueberdies muss, wenn die gefundenen Zahlen auf allgemeine Gültigkeit Anspruch erheben sollen, auf die Reaction der Flüssigkeit geachtet werden, weil bekannt ist? dass Aenderung derselben, z. B. Ueberführung von alkalischer in sauere, die Fällungsgrenzen sehr wesentlich verschieben kann 1) Quantitative Bestimmung des Fibrinogens. Noch nicht publicirte Untersuchungen.