und seinen Schülern Chittenden und Ne um ei st er,1) welche vorzugsweise als spaltendes Agens die im Uebrigen chemisch nicht eingreifend wirkenden Verdauungsfermente benutzten. In Ueberein Stimmung mit anderwärts beim Abbau der Eiweiss¬ körper, z. B. durch Säure und Alkali, Wasser von mehr als 100°, gemachten Erfahrungen stellte sich dabei heraus, dass die zunächst entstehenden Produkte sich von der Muttersubstanz nicht durch Reactionen unterscheiden, welche auf eine Ver¬ schiedenheit der Constitution hin weisen, sondern durch Aende- rungen des molekular-chemischen Verhaltens, so der Coagulir- barkeit, der Fällbarkeit durch Wasser entziehende Stoffe, der Diffusibilität, Aenderungen, welche wohl allgemein als Folge einer Verkleinerung des Moleküls aufgefasst werden. So ent¬ stehen bei peptischer Verdauung der wahren Eiweisskörper zunächst die nicht mehr durch Erhitzen coagulirbaren, aber noch durch Sättigung mit Kochsalz oder Magnesiumsulfat fäll¬ baren primären Albumosen, sodann die durch Kochsalz nur bei Anwesenheit von Säure oder besser durch Ammonsulfat fäll¬ baren secundären Albumosen, endlich die durch Salzsättigung überhaupt nicht mehr abscheidbaren «echten Peptone».2) Von diesen drei Fractionen kann die erste durch Diffusion weiter zerlegt werden in Proto- und, Heteroalbumose. Für die secundären Albumosen und «echten» Peptone, soweit sie durch Pepsinverdauung entstehen, wird zwar mit Vorliebe die An¬ nahme gemacht, dass es sich nicht um einheitliche Substanzen, 1) Neumeister, Zur Ivenntniss der Albumosen. Zeitschrift fi'ir Biologie, N. F., Bd. 5, 1887, S. 381. Derselbe, Ueber Beactionen der Albumosen und Peptone. Zeit¬ schrift für Biologie, N. F., Bd. 8, 1890, S. 324. Derselbe, Bemerkungen zur Chemie der Albumosen und Peptone. Zeitschrift für Biologie, N. F., Bd. 6, S. 267. Derselbe, Lehrbuch der physiolog. Chemie. II. Auflage, 1897, Jena (Gust. Fischer); daselbst S. 228 auch die ältere Litteratur. 2) Bekanntlich haben Lehmann, Brücke und andere Untersucher vor Kühne die Gesammtheit der Verdauungsprodukte, also Albumosen und «echte» Peptone, unter dem Namen Peptone zusammengefasst, ein Sprachgebrauch, der noch sehr verbreitet ist.