Ueber die Reduction alkalischer Kupferlösungen durch Ei weisskörper. Von E. Dreclisel. Der Redaction zui;<‘gangon am 0. Juni 1895.) Bis jetzt liegt meines Wissens nur die Angabe von Krukenberg vor, dass bei Anstellung der sog. Biuret- roaction mit Eiweisskörpern in der Siedhitze etwas Kupfer¬ oxyd zu Oxydul reducirt wird, welches aber in der Flüssigkeit gelöst bleibt und erst nach dem Ansäuern mit Salzsäure durch FerricyankaUuni darin nachgewiesen werden kann. Natür¬ lich handelt es sich hier um gewöhnliche Ei weisskörper, und nicht um solche, welche, wie z. B. Mucin, eine durch Kochen mit Säuren abspaltbare reducirende Atomgruppe enthalten. Im Verlaufe einer noch nicht abgeschlossenen Versuchs¬ reihe zur Darstellung der rothen, d ie sog. Biuret reaction be¬ dingenden Kupferverbindung habe ich nun gefunden, dass die Deduction des Kupferoxydes unter Ausscheidung von Kupfer¬ oxydul auch bei gewöhnlicher Temperatur erfolgt, aber nur sehr langsam und allmälig. Die erwähnte Kupferverbindung kann man aus ihrer conc. wässerigen Lösung als dunkelrothen, ins Violette spielenden, gelatinösen Niederschlag abscheiden, indem man festes Kali- oder Nalronhydrat bis zur Sättigung darin auf löst: man kann den Niederschlag auf Drahtnetz ab- liltriren, in wenig Wasser lösen und wieder durch Alkali fallen. Er löst sich dann leicht mit rother Farbe in Wasser, doch scheint nach und nach eine wenn auch nur geringfügige Zersetzung unter Abscheidung eines dunklen Niederschlages