Chemische Untersuchung des Inhalts zweier Lymphcysten. Von Dr. Rieh« v. Zeynek. (Aua dem Laboratorium für med. Chemie iu Wien.) (Der Redaction zugegangen am 15. Februar 1895.) Im Verlaufe der letzten zwei Jahre erhielt ich von den Herren Dr. Josef Kissling, Secundarius des k. k. Kaiserin- Elisahethspitals in Wien, und Dr. Karl Gehring, Stadlarzt in Banjaluka (Bosnien), Lymphcystènflüssigkeiten, von denen die eine bei der Operation, die andere durch Punction des Abdomens gewonnen war. Da die Literatur nur wenig chemische Untersuchungen von solchen Flüssigkeiten aufweist, und da die mir zur Verfügung gestellte Quantität eine so beträchtliche war, dass eine eingehende Untersuchung vor- genommen werden konnte, so habe ich geglaubt, die Unter¬ suchung ausführen und deren Ergebniss mittheilen zu sollen. Ueber die beiden Fälle, von denen die Untersuchungsflüssig¬ keiten stammten, wurde mir von den genannten Herren Folgendes mitgetheilt: I. (Dr. Kissling.) Der 59 Jahre alte, abgemagerte Patient bemerkte angeblich 8 Tage vor seinem Eintritte ins Spital die VergrSsseruijg semes Bauches. Die stärkste Prominenz war bei der Aufnahme rechts >4 cm. unter dem Nabel. Bei der Operation fand sich ein mannskopf-• grosser Tumor zwischen 2 Mesenterialblättern des darüber verfaulen¬ den Dünndarms, nach rechts oben zog ein dicker Strang; der Turner war rückwärts nicht zu umgreifen. Sein Inhalt betrug etwa 2', I milchiger Flüssigkeit; Fibrinausscheidung war an der Cystenwand nicht vorhanden. Keine Ham- und Stuhlbeschwerden, normal, r Hambefund.