Zur Kenntniss des bei der Pancreasverdauung entstehenden Leucins. Von Dr. Rudolf Cohn* PrivatflacenU (Ans dem Universität«- Laboratorium für Pharmakologie und mctUriuiwlte Chemie zu Königsberg i. l’r. tDér Redaction zugegangen am H. Jnli ls94.) • • Bei Gelegenheit einer Untersuchung, die sich mit den durch die Einwirkung des Pancreas auf Fibrin entstehenden Veidauungsproducten beschäftigen sollte, machte ich die Be¬ obachtung, dass die Eigenschaften des dabei erhaltenen Leu¬ cins in manchen, wie ich glaube, 'wesentlichen' Punkten’ von denjenigen, wie sie gewöhnlich für das Pancreasverdauungs- leucin angegeben werden, abwichen. Ich unterwarf daher das dabei gewonnene Leucin einer genaueren Untersuchung, über deren Resultate ich im Folgenden berichten will. 3 Kilo gut ausgewaschenes und fest ausgepresstes Blut- * fibrin wurden, in 10 Ltr. Wasser vertheilt, mit 3 Rindspänereas unter genügendem Thymolzusatz, um Fäulniss hintanzuhalten* bei schwach alkalischer Reaction 3 X 24 Stunden bei 40° der Verdauung unterworfen. Fäulniss war nicht im geringsten eingetreten. Die Verarbeitung auf Leucin geschah nach der alten Kühne’sehen, nur unwesentlich modjficirten Methode. Nach Entfernung des Eiweisses durch Aufkochen und Essig- suii’ezusatz wurde das Filtrat eingeengt, das ausgeschiedene Tyrosin, 30 gr., abfiltrirt, das Filtrat noch weiter eingedampft, die nach längerem Stehen abgeschiedene Masse, im Trocken¬ gewicht von 80 gr., welche viel harzige Substanzen, Spuren Tyrosin, dagegen zum grössten Theil Leucin enthielt, das