423 Nervenzellen. Wir prüften Nervenzellen der Maus und des Kaninchens. Zu diesem Ende härteten wir ein Kaninchengehirn in Salpetersäure, fertigten Schnitte an und behandelten sie nach unserer Methode. Wir fanden an diesen Präparaten, dass die Rinde intensiver gefärbt ist als das Mark. Bei der mikroskopischen Untersuchung der Präparate war die Orientirung durch die diffuse braune Färbung dei* Rinde erschwert. Jedenfalls konnten wir feststellen, dass in einer Reihe von Nervenzellen das ganze Cytoplasma stark gefärbt war, während sich der Kern viel schwächer färbte! Manch¬ mal sind die Kerne gar nicht zu erkennen. An denselben Schnitten aber konnten wir Kerne sehen, welche sehr gut gefärbt waren. Es ist möglich, dass diese Kerne der Neuroglia angehören. Nieren. Das ganze Cytoplasma der Nierenepithelien ist phosphorreich, und zwar enthalten sie salzartig gebundene Phosphorsäure, was daraus zu schlossen ist, dass die Reaction sofort eintritt. Es steht dies wahrscheinlich in Beziehung mit der freien Phosphorsäure des Harns. Muskeln. Wir prüften auf ihren Phosphorgehalt die quergestreiften Muskelfasern des Frosches und der Melolontha vulgaris. Die Muskeln ergaben das frappanteste Resultat und waren ein sehr werthvoller Probirstein für die Beweisfähigkeit unserer Methode. Der Muskel enthält bekanntermassen grosse Mengen von Phosphorsäure, welche wahrscheinlich als Kalium- phosphat in demselben enthalten ist. Wir erwarteten also vom Muskel sofortige und intensive Reaction, was sich auch in ausgiebigem Maasse bestätigte. Nachdem die Muskèln ein Paar Minuten in Ammoniummolybdat verweilten, tritt mit Pyrogallol eine derart intensive Färbung ein, dass man unter dem Mikroskop an den Präparaten beinahe nichts unterscheiden kann. Wenn wir die Präparate in F arrant’scher Mischung *i(h ein wenig entfärben Hessen, dann konnten wir leicht beobachten, dass die Phosphorreaction besonders an die dunklen Streifen gebunden ist. Wir sind demnach geneigt, zu glauben, dass die dunklen Streifen phosphorsäurereicher sind als die hellen. Zeitschrift für physiologische Chemie. XVII.