Eine Schwierigkeit, welche wir zu bekämpfen hatten, bestand darin, dass die Phosphorsaure in den meisten Zell¬ kernen und Geweben nicht im freien Zustande, sondern in mehr oder weniger fester organischer Verbindung auftritt. Es hat sich aber bei unseren Untersuchungen herausgestellt, dass beim Einwirken des Ammoniumolybdats und nachheriger Reduction nicht nur an denjenigen Orten, wo sich Phosphate befinden, eine Färbung entsteht, sondern dass auch ein Theil der organisch gebundenen Phosphorsäure und sogar Meta¬ phosphorsäure reagirt. Wahrscheinlich erfolgt in diesen Fällen während der Digestion mit molybdänsaurem Ammoniak eine Umwandlung in Orthosäure. Gleich zu Anfang sahen wir, dass manche Gewebe nach kurzem Verweilen in Ammoniurn- molybdat bei nachheriger Behandlung mit Pyrogallol nur sehr schwache Färbung gaben, während sich andere sogleich intensiv tingirten. Es war dies nur durch die grössere oder geringere Intensität der organischen Phosphorsäurebindung zu erklären. Diese Annahme bestätigte sich, als wir die Gewebsstücke vorher mit Barytwasser oder Natriumcarbonat behandelten, oder sie längere Zeit in Ammoniummolybdat verweilen liessen. In allen diesen Fällen, wo wir die Phosphorsäure artificial ab¬ spalteten — beim Ammoniummolybdat durch die in der Lösung vorhandene Salpetersäure —, erhielten wir intensive Phosphor- . reaction. ■ vü/’iîSSi Der Gang unserer Methode war folgender. Da es un bekannt ist, mit welchen chemischen Veränderungen die ver¬ schiedenen Härtungsmethoden einhergehen, hielten wir es für angezeigt , frische Organe zu benutzen. Der Umstand, dass das Ammoniummolybdat nur sehr kleine Stücke durchtränken kann, machte das Arbeiten mit frischen fertigen Schnitten, Zupf-, Schab- und Klatschpräparaten nothwendig. Doch geben auch im Alkohol gehärtete Präparate ziemlich gute Bilder. Wir benutzten eine nach Fresenius1) bereitete Lösung von molybdänsaurem Ammoniak. Die Zeit, welche die Präparate in letzterer verweilen sollen, hängt natürlicher- I)Fr es en i us, Quantitative chemische Analyse, Braunschweig 1877—87, IW. Il, S. 091 (Anmerkung).