Ueber die mikrochemische Localisation des Phosphors in Geweben1). Von Leon Lilienfeld und Achille Monti. (Aus dor chemischen Äbtheiluujj ties physiologischen Instituts in Berlin.) (Der Redaction zugegangen am 7. September 1892.) Es ist die Aufgabe der biologischen Chemie, das Vor¬ kommen der Stoffe in den thierischen und pflanzlichen Geweben nicht nur der Menge, sondern auch der Verkeilung nach fest¬ zustellen. Hierdurch wird erst ein Verständnis vieler ana¬ tomischer Verhältnisse angebahnt und die Beziehung der Form zur Function in manchen Fällen klargelegt. Wir besitzen erst wenige Reactionen, welche uns in rationell er Weise über die Zusammensetzung der Theile eines mikroskopischen Bildes Aufschluss geben. Die Färbungen, von denen noch nicht einmal feststeht, ob sie auf physikalischer oder chemischer Grundlage beruhen, können für eine Erkennung der chemischen Beschaffenheit nicht ausschlaggebend sein, ln den Geweben des Thierkörpers sind es vor Allem die Reactionen auf Eisen, auf Glykogen, auf Amyloid, die durch Osmiumsüurc hervorgerufenen Färbungen, die Xanthoprotem- rcaction, Millon’s Reaction, das Verhalten der verschiedenen Bestandtheile der Gewebe zu den Lösungsmitteln, welche man als rationelle Reactionen bezeichnen kann; eines grösseren Reich¬ thums an derartigen Methoden kann sich die Botanik rühmen. Die biochemische Wichtigkeit der Phosphorverbindungen ins Auge fassend, haben wir versucht, eine mikrochemische Reaction auf Phosphorsäure ausfindig zu machen. Hierbei *) Vorläufige Mittheilung: Verb. d. physiol. Ges. zu Berlin vom 24. Juni 1SU2. Abgedruckt im Archiv f. Physiologie, herausg. v. E. du Bois* Heymoud, Jalirg. 1S‘J2. - v. •*