Ueber das Verhallen der Milch und ihrer wichtigsten Bestand* theile bei der Fäulniss. ■ ■ y. '.?/ ' vou - Hngo Winternitz. (Aus dem physiologisch•cheunsclieu Institut in Strassburg.) (Der Redaction zugegangen am 1. März 1892.> V Die Bedeutung der Milch als Nahrungsmittel ist hin¬ reichend gewürdigt und es wäre müssig, darüber Worte zu verlieren. Die Zusammensetzung der Milch, die Verhältnisse ihrer Resorbirbarkeit und, im Zusammenhang damit* ihre Aus¬ nutzung im Darmkanal sind erschöpfend untersucht worden. Weniger gewürdigt ist eine Eigenschaft der Milch* welche gerade für ihre Verwendung in diätetischer Hinsicht von nicht zu unterschätzender Bedeutung ist, nämlich ihre faul ni ss- hemmende Wirkung, wie ich diese Eigenschaft vorweg be¬ zeichnen''will. ' ' Es ist eine Erfahrung des täglichen Lebens, dass die Milch an sich wenig oder gar keine Neigung zur Fäulniss zeigt und dass sie auch Substanzen* welche im Uebrigen der Fäulniss ausserordenttich leicht anheimfallen, wie z. B. Fleisch, bis zu einem gewissen Grade vor Fäulniss schützt. Es ist dies eine Erfahrung, von der gelegentlich in der Haushaltung Gebrauch gemacht wird. Man könnte auf den ersten Blick geneigt sein, diese Einwirkung der Milch den Säuren zuzuschreiben, welche hei den fermentât iven Spaltungsprocessen in der Milch so reich¬ lich in Freiheit gesetzt werden. Allein die Untersuchungen von Hirsc hier1) über die Beeinflussung der Fäulnissvorgänge \> Diese Zeit sehr.. Bd. X. « Ueber den Einfluss auf die Eiweissfäulniss der Kohlehydrate efe*