Ueber das Lecithin der Pflanzensamen. Von -, , E. Schulze und A. Likiernik. (Ann dom agricultur-chmUehen Laboratorium de* Polytechnikums i„ Zürich.)- (Der Redaction zugegangen am 13. März 1891.) Bekanntlich gründet sich die Ueberzeugung von der \erbreitung des Lecithins in den Pflanzen auf die.-Wahr¬ nehmung, dass ätherische Extrade aus Pflanzensamcn, Knospen u. s. w. nicht nur phosphorhaltig sind, sondern auch bei der Ver¬ seifung Cholin und andere Zersetzungsproductc des Lecithins liefern’). Eine Isolirung des pflanzlichen Lecithins war aber unseres Wissens bis jetzt noch nicht erfolgt. Der Erreichung dieses Zieles stehen manche Schwierigkeiten entgegen. Extrahirt man pflanzliche Objecte mit Aether, so gehen neben Lecithin auch Glyceride, freie Fettsäuren, wachsartige Substanzen, Cholesterin und Farbstoffe in Lösung. Aus einem solchen Gemenge das Lecithin zu isoliren, ist zwar vielleicht'nicht unmöglich, aber doch ohne Zweifel eine nicht leicht zu lösende Aufgabe. '■ Ein Weg zur Darstellung des pflanzliehen Lecithins eroffnete sich durch eine Beobachtung, welche der Eine von uns in Verbindung mit E. Steiger in dieser Zeitschrift’) früher mitgetheilt hat. Sie besteht darin, dass fein gepulverte ' Wie insbesondere durch F. Hoppe-Seyler (Tübinger medicir chemische Untersuchungen, I, S. Hl. 215 und 21!») nachgewiesen »urd Bd'l3 gl« Jacobson- C’eber einige Pflanzenfette, diese Zeitschril *) Bd. 13, S. 365. ;