Ueber das Vorkommen von Urethan im alkoholischen Extract des normalen Harns. Von • • X. Jaffé. (Aus dom Laboratorium für mediciniscbe Chemie zu Königsberg-i. pr.) (Der Redaction zugegangen am 12. März 1890.) Wiederholt bin ich bei der Verarbeitung grösserer Ilarn- nieiigen einer in Wasser, Alkohol und Aether leicht lös¬ lichen, organischen Substanz begegnet, welche mit keinem .1er bekannten Bestandtheile des Urines übereinzustimmen schien. In neuerer Zeit habe ich dieselbe, unter Mitwirkung des Herrn Dr. Rud. Cohn, einer genaueren Untersuchung unter» worfen und zu ihrer Isolirung folgendes Verfahren benutzt: Die alkoholischen Auszüge von mehreren Litern abge¬ dampften frischen Urines wurden nach Verdunstung des Alkohols in verdünnter Schwefelsäure gelöst und mit Aether extrahirt. Die ätherischen Auszüge enthalten die neue Ver¬ bindung, welche, nachdem das Lösungsmittel bei golinder Temperatur abdestillirt ist, gemengt mit sauren, öligen, ihre Krystallisation verhindernden Producten, zürückbleibt. Löst man den Rückstand in Wasser, filtrirt von dem ausgeschie¬ denen braunen Oel ab, macht das Filtrat mit kohlensaurem - atron alkalisch und schüttelt es von Neuem mit Aether aus. >o erhält man nach Verdunsten desselben eine unter dem