Ueber das Theophyllin, einen neuen Bestandteil des Thees’i. Von A. Kosgel. (An> <lcr (Lemisclicn Abtlu-ilung »lew }>hyxiologi8eheu Iustitut» zu lîorlin.) (Dor Redaction /«Begangen am 2«. October 1888.) Vor einiger Zeit erhielt ich uns der Fabrik von Dr. Fr. Witte in Rostock eine grössere Menge eines Extrades, welches durch Ausziehen von Theeblattern mit Alkohol gewonnen war. Das Extract war zur Syrupsdicke eingedampft und der grösste Theil des Caffeïns durch Krystallisàtion entfernt. In dem mir zugesandten Product fand sich eine bisher unbekannte Base vor, für die ich den Namen Theophyllin vorschlage. Darstellung des Theophyllins. Das mit Wasser verdünnte Thee-Extract wurde zunächst durch Zusatz von Schwefelsäure von einer harzigen Substanz befreit, welche sich als klebrige Masse aus der sauren Flüssig¬ keit ausschied, der Niederschlag nach längerem Stehen ab- iiltrirt, das Filtrat mit Ammoniak bis zur stark alkalischen Reaction versetzt und sodann mit ammoniakalischer Silber¬ lösung gefallt. Der hierdurch erzeugte Nietlorschlag wurde nach i\ Stunden abfiltrirt und mit warmer Salpetersäure digerirt. Die beim Erkalten sich abscheidenden Silberdoppel¬ salze (des Adenins und des Hypoxanthins)- wurden durch Filtration abgetrennt und das Filtrat mit Ammoniak über¬ sättigt. Es bildete sich ein dunkelbrauner flockiger Nieder¬ schlag, welcher aus den Silberverbindungen des Xanthins und ) Fi» t lii’il dieser l iitersncliung wurde in den Berichten de deutschen chem. Gesellschaft, Bd. -21, S. -2104. vorläufig mitgetheilt.