348 Chlorbaryumlösung Gefahr laufe, Baryumsalze der gebundenen Schwefelsäuren mitzufallen. Dieser Einwand gründet sich darauf, dass Kos sei aus dem nach Fütterung von Phenetol entleerten Harn durch Zusatz von Barytwasser schwerlösliche Doppelsalze erhielt, welche aus chinäthonsaurem und phenol¬ schwefelsaurem resp. kresolschwefelsaurem Baryt bestanden. Dieselben Doppclsalze bildeten sich auch beim Zusatz von Chlorbaryum zu einer Lösung der Kaliumsalze genannter Säuren. Es scheint mir, dass Kossel etwas zu weit geht, wenn er aus diesem Grunde die Ausfällung der. präformirten Schwefelsäure in alkalischer Lösung, welche erhebliche Vor¬ theile bietet, überhaupt verwirft, ich glaube an derselben, abgesehen von den ziemlich seltenen Fällen, in denen die von Kossel angezogene Möglichkeit besteht, festhalten zu dürfen. Zu allen Versuchen diente dieselbe schwefelsäurefreie Salzsäure von 1,12 spec. Gew. Das angewendete (schwedische) Filtrirpapier entsprach allen Anforderungen in Bezug auf Zurückhaltung von Baryumsutfat, dagegen nicht ganz den Anforderungen bezüglich des Aschengehaltes. Stets wurden mit Salzsäure gut extrahirte Filter von 8 Centim. Durch¬ messer angewendet: 3 derselben lieferten 1 bis 1,2 Milligr. Asche. Nicht grösser war der Aschengehalt, wenn grössere Quantitäten chlorbaryumhaltiger, mit Salzsäure angesäuerter Flüssigkeiten hindurchfiltrirt waren: das Chlorbaryum liess sich also vollständig auswaschen. Dagegen wurde aus den barythaltigen ganz klaren Harnfiltraten bei nochmaliger Fil¬ tration stets etwas Baryum zurückgehalten, das sich auch durch noch so energisches Auswaschen nicht entfernen liess (selbstverständlich war in den Waschwässern keinBaCla mehr nachweisbar). Der Aschengehalt war in diesem Fall also etwas höher, aber nicht ganz constant: 3 Filter lieferten unter diesen Umständen 1,5 bis 2,0 Milligr. Asche, jedes Filter also im Mittel ungefähr 0,6 Milligr. Nach diesen Vorbemerkungen kann ich zur Mittheilung der Versuche übergehen.