Zur Kenntniss der Gallensäuren. Von Dr. €. Schotten. (Aus der chomischen Abtlioilnn« des physiologischen Instituts'ln Berlin.) (Der Redaktion zugegangen am 8. Februar 1880.) . I. Anthropo-Cholalsäure. .Ueber die in der menschlichen Galle, wie in der Rinder¬ galle, mit Glycocoll und Taurin gepaarte Säure lagen hur wenige Andeutungen vor, als II. Bayer1) in den Jahren 1878 und 1870 seine ausführliche Untersuchung dieser Säure publicirte. Jacobsen2) sagt, ohne indess analytische Belege milzutheilen: Bei der Zersetzung der — einer Fistel entnom¬ menen — menschlichen Galle durch Kochen mit Barythydrat entstand ausser gewöhnlicher Cholsäure ausschliess- . lieh Glycocoll und kein Taurin. Ilammarsteii8) schloss aus dem Verhalten des glycocholsauren Barÿtsalkes, das er. aus der Galle eines Hingerichteten darstellte, dass die GlyCö- <holsäure des Menschen eine von der des Rindes verschie¬ dene Säure sei. Bayer zeigte, dass sich die Anthropo- ( holsäure zunächst durch ihr schwer lösliches Barytsalz von der Gholsäure des Rindes unterscheidet. Nach der Analyse des krystallisirten Barytsalzes und der aus ätherischer Lösung durch Petroleumäther kristallinisch gelallten freien Säure berechnete er die Zusammensetzung der Anthropocholsäure — GisILsO«. Danach wich die menschliche Cholalsäure in ihrer Zusammen- D Zeitschrift, für physiologische Chemie, Rd. 3,S.358; Bri.3, S.'21tki. i) Berichte der deutschen chemischen Gesellschaft, Bd. 6, S. lOsJO. 3> Maly’s Jahresbericht, 1878, 8. 2011.