104 Blickt man auf die Analyse der einzelnen Auszüge zurück so zeigt sich, dass IAa die Hauptquantitäten von Lecithin, Cholesterin, Fett enthalt und ebenfalls etwas Cerebrin; das Lecithin überwiegt so sehr an Menge das Cerebrin, dass die Gegenwart von, freiem Lecithin ohne Zweifel ist. Ferner enthält IAa eine bedeutende Quantität Fett, vorzugsweise Olein,, welches man nicht den Nervenfasern, sondern dem Fettgewebe zwischen denselben zuzuschreiben hat, und welches daher bei Aufstellung der proccntigen Zu* sammensetzung der Nervenfaser in Abzug zu bringen ist. In IAb und IC befinden sich Lecithin und Cerebrin in einem Verhältnis, das kaum als zufällig angesehen werden kann, vielmehr mit grösserer Wahrscheinlichkeit in Wirk¬ lichkeit einem Protagon entspricht, welches allerdings durch¬ aus anders zusammengesetzt, besonders lpcithinreicher sein müsste, als die von Liebreich und Anderen analysirten Präparate. j Es ist ferner evident, dass IB nur Fett enthält, welches nicht auf die Nervenfaser zu beziehen ist. Ob in der weissen Nervenfaser wirklich Fett enthalten ist oder nicht, kann nur durch eine Analyse der weissen Gehirnsubstanz festgestellt werden ; eine diesbezügliche Unter¬ suchung gedenke ich in der nächsten Zeit vorzunehmen. Unsere Untersuchungen mit dem Nervus ischiadicus vom Rind, Kalb und vom Menschen beweisen sicher, dass in der abgestorbenen weissen Nervensubstanz reichlich freies Lecithin sich befindet, welches in kaltem Alkohol oder Aether löslich ist, während das Cerebrin sich entweder nicht löst, oder nur in sehr geringer Menge. Rechnen wir die Fettsäuren als Olein und bringen sie von der Nervensubstanz in Abrechnung, so ergiebt sich als annähernde Procent-Zusammensetzung der weissen Nerven¬ faser: