Ueber das Schicksal des Cysteins und Uber die Entstehung der Schwefelsäure im Thierkttrper. Von E. («oldiiianii, caml. mwl. (Au> «l« in rni'ort-itäts-Laboratorium, Abtheilnng der medicinisclien Fakultät Freiburg i. 1>.) (1er Redaktion angegangen am 31. Dezember 1884). Das Cystin ist bis jetzt nur im Harn und in Harn- (‘oncr.ement.en in wesentlichen Mengen gelunden worden. Es liegen zwar einige Beobachtungen vor, nach welchen dieser Körper in kleineren Mengen auch in der Leber, der Niere und anderen Organen vorkommt, es ist aber noch nicht erwiesen, dass der in den Organen gefundene schwefelhaltige Körper mit dem aus dem Harne gewonnenen Cystin identisch ist. Analysen desselben scheinen nicht > ausgeführt zu sein, wohl wegen der zu geringen Menge, welche von der schwefel¬ haltigen Substanz gewonnen werden konnte. Wegen seines Stickstoff- und Schwefelgehaltes ist das Cystin wohl mit Hecht stets als ein Umwandlungsprodukt der Eiweisskörper betrachtet worden. Ueber die Art und Weise seiner Entstehung ist aber bis jetzt nichts bekannt. Dis vor Kurzem war die Frage eine offene, ob das Cystin ein regelmässiges Produkt des Stoffwechsels ist, welches unter normalen Verhältnissen durch die Prozesse des Thier¬ körpers weiter verändert und nur unter besonderen, noch unbekannten Bedingungen im Harne ausgeschieden wird, oder ob das Cystin ein abnormes Stoffwechselprodukt dar¬ stellt, welches, wenn überhaupt im Organismus gebildet, in den Ham in grösseren oder kleineren Mengen Übertritt.