I Ueber die Assimilation dçs Eisens. t ' Von G« Bunge. (Dor Redaktion zugegau^en am 5. September 1884). Die Erfolge, welche bei der Behandlung der Glilorose mit Eisenpräparaten erzielt worden sind, haben viele Aerzte und Physiologen zu der Annahme verleitet, unser Organismus besitze die Fähigkeit, durch Synthese aus anorganischen Kisenverbindungen und Eiweiss Hämoglobin zu bilden. Neuen* Forschungen aber haben bekanntlich gezeigt, dass das Elsen, welches die Aerzte den Chlorotischen ergaben, damit sie daraus Hämoglobin bilden, zum Glück für die Patientinnen gar nicht resorbirt wird. Gelangen Eisensalze in’s Blut, so treten, wie Thierversuche gezeigt haben, Vergiftungserschei- nungen ein, ähnlich denen der Arsenwirkung. Wir müssen uns daher vor Allem die Frage vorlegen : ln welcher Form wird unler normalen Verhält¬ nissen das Eisen resorbirt und assimilirt? Woraus bildet sich das Hämoglobin? Zur Entscheidung dieser Frage habe ich die feisen- yerbindungen der Milch und des Eidotters untersucht. Die Milch, als die ausschliessliche Nahrung des Säuglings, muss das Material zur Hämoglobinbildung enthalten, ebenso der Ei¬ dotter, aus dessen Bestandteilen während der Bebrütung Hämo¬ globin sich bildet, ohne dass von aussen etwas hinzukommt. Bei der Entersuchung der Milch stösst man auf grosse Schwierigkeiten, weil der Eisengehalt der Milch sehr gering ist. Weit leichter gelingt es, aus den„cisefireichen Dottern der Hühnereier eine zur weiteren Prüfung und Analyse genügende Menge der fraglichen Eisenverbindung zu isolinn. Zeitschrift für phyoioloKischo Chemie IX. {